2021-06-20 – Na bitte, geht doch…

Jeden Samstag kostenlos Lotto spielen? Kann man haben. Bei der wöchentlichen obligatorischen Schwarmkontrolle. Denn wenn ich dabei Weiselzellen finde, ist das Volk im Schwarmstimmung und ich muss Gegenmaßnahmen ergreifen. Ein Drittel des Volks zu verlieren wäre „suboptimal“ und kein Imker schreibt einen Schwarm gerne einfach mal so ab. Und so ist auch heute am Samstag wieder Kippkontrolle angesagt: Honigraum runter, oberen Brustraum hochkippen und dessen Unterseite auf Näpfchen eventueller neuer Königinnen durchsuchen. Aber: Glück gehabt, nichts zu finden. Dafür eine selbstgebaute Wand hinten an der Stelle, die ich mir beim Besetzen mit Rähmchen und Mittelwänden gespart hatte. Mach ich also nicht mehr, zumal diese Selbstbauwand nicht sonderlich stabil war, über beide Bruträume ging und beim Anheben dann logischerweise gerissen ist. Also den Wildbau samt etwas Brut und Futter entfernt und durch Rähmchen mit Mittelwänden ersetzt.

Die neue elektronische Waage (siehe „mein Werkzeug„) bringt es ans Licht und ich muss zugeben: es ist suuuper bequem. Kein allabendliches Einhaken und Hochziehen mit der Kofferwaage und dem Risiko abzurutschen und die Beute etwas zu hart abzusetzen. Nein, einfach die paar Meter laufen und die Daten per Bluetooth aufs Handy holen. Tolle Sache und im Vergleich mit gängigen Anbietern gar nicht soo teuer. Hobbies kosten nun mal manchmal etwas Geld und diese Investition habe ich bislang noch nicht bereut. Wäre ja auch etwas früh. (Der Ausschlag nach unten resultiert übrigens aus meiner Arbeit an den Bienen und bspw. wenn ich den Honigraum oder Brutraum zur Kontrolle herunternehme.)

Gewichtszunahme

Wann sich das amortisiert? Tja, wann genau amortisieren sich nicht-monetäre Dinge wie Bequemlichkeit und Nachvollziehbarkeit und wer rechnet aus, was die manuelle Alternative an Zeit, Kalorien, Bandscheiben und Risiko so üblicherweise „kostet“. Gefühlt werde ich nach 20 mal weniger Wuchten schon im Plus sein, sagt meine LWS. Kann das bitte jemand nachrechnen? Danke.

Und wie war die Entwicklung sonst so? Naja, die Kastanien sind schon lange verblüht, die Akazien am Autohaus und an der Alb sind nach kurzer Blüte auch schon wieder ausgeduftet (die riechen so dermaßen intensiv, dass einem ganz schwindlig und dirmlich wird) und seit vorgestern sind die Knospen der Linden aufgesprungen, nachdem wir sie schon 3 Wochen beim Wachsen beobachten konnten. Die gehen jetzt richtig los und aus den Knospen sind unzählig viele Blüten entstanden, die das ganze Viertel in einen „Kaugummi“ -Duft tauchen.

Lindenknospen

Und die Mädels? Die sind kräftig am Arbeiten, nehmen endlich Gewicht zu (die Waage zeigt teilweise 3,5 kg pro Tag!) und auch der Flugverkehr ist nachmittags deutlich zu sehen und zu hören. Nur im Honigraum ist noch nicht wirklich viel los – außer zunehmenden Besuchs- und Ausbautätigkeiten. Ansonsten ist nicht einmal nachts alles ruhig: Eingang bei Licht aus der Taschenlampe. Und nein, die saßen da schon bevor das Licht an ging:

Insgesamt aber ein ziemlich holpriger Start ins neue Bienenjahr 2021 was die Witterung angeht. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt und wenn die Linden nicht gleich wieder schlappmachen, wird’s ja vielleicht wenigstens noch was mit etwas Lindenblütenhonig…

Zum Abschluss für heute noch ein paar detaillierte Eindrücke:

2021-04-24 Captain Spock und NWT für Imker

Natur mit Wissenschaft und Technik vereinen – geht das? Naja, hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, dass die Damen sich durch die installierte Elektronik nicht gestört fühlen. Aber nachdem die Datenübertragung nur auf Abruf erfolgt und das lediglich kurze Distanzen und Funk-Reichweiten zum Smartphone überbrücken muss, gehe ich mal das Risiko ein. Zumindest konnte ich bis heute anlässlich Schwarmkontrolle (Kippmethode ab sofort im 8-9-Tage-Rhythmus) bislang noch kein besonders gestörtes Verhalten oder Irritationen feststellen und die zu gewinnenden Erkenntnisse sind es meines Erachtens wert.

Luftfeuchtigkeit & Innentemperatur:

Frequenz & Amplitude:

Relevant sind nur die Bereiche ab 20.04.2021, vorheriges diente zum Test vor Versand.

Das alles von diesem kleinen 70x60x8mm-Herzchen:

Faszinierend, oder?

2021-04-22 Brutraum erweitert

Nachdem das Wetter so bleiben wird und keine Nachtfrost mehr zu erwarten ist – okay, die Eisheiligen stehen ja noch bevor – hab ich mich heute getraut und den Brutraum erweitert. Nun ist also aus dem Einzarger ein Zweizarger geworden. Mal schauen, wie schnell sie den annehmen und ausfüllen. Vorsorglich habe ich folgenden Aufbau übernommen:

Flugloch – M A L A A A A A M M

(M=Rähmchen mit Mittelwand, A=Rähmchen ausgebaut, L=Rähmchen leer ohne Mittelwand)

Durch die ausgebauten Rähmchen aus der letzten Honigernte haben sie es etwas leichter und können dort nach kurzer Renovierung wieder brüten und einlagern und chillen und Party feiern und was weiß ich noch alles mehr.

Das Gesamtgewicht liegt jetzt bei rund 29kg Brutto inkl. Deckel, Stein und Gitterboden. Wichtig zu berücksichtigen für die kommenden Gewichtskontrollen.

Insgesamt waren sie aber sehr ruhig, nur zwei (in Zahlen: 2) sind aufgeflogen und waren etwas nervös, obwohl eigentlich schon Abendbrotzeit war und nahezu alle zuhause gewesen sein müssten. Gut so. Und ja, als Berufsschisser und geprägt durch die letzten Erfahrungen hatte ich natürlich wieder die volle Montur an: geschlossene Schuhe, Imker-Vollanzug, Handschuhe, Rauch. Den musste ich übrigens heute gar nicht einsetzen – fiel mir hinterher erst auf, als er so alleine da stand und wehleidig vor sich hin kokelte.

Demnächst müsst ihr auf jeden Fall wieder vorbeischauen, dann gibt es für alle Technikfreaks etwas neues, das ich vor kurzem eher zufällig entdeckte, dann weiter recherchierte und jetzt unbedingt mal ausprobieren wollte. Nur soviel sei an dieser Stelle verraten:

Heartbeat

Und es ist garantiert kein Herz aus Stein…

2021-03-27 Neubeginn 2021

Die Bienenpause hatte sich nun doch etwas länger hingezogen, nachdem auch der Garten unseres Anwesens im Ostflügel etwas „runderneuert“ und ausgeputzt wurde. Dann war es bereits zu spät und das Risiko, im Herbst ein Volk zu transportieren und erfolgreich über den Winter zu bringen, war mir dann doch auch im Sinne der Tiere etwas zu riskant. Aber nun, noch kurz vor Monatsende des in diesem Jahr meines Erachtens gefühlt zu kalten (kühlen) März sollte es losgehen. Laut Wetterstatistik liegt der März 2021 im Vergleich mit Vorjahren aber durchaus noch im Mittel mit knapp 3 Grad.

Kirsch- und Apfelblüten sind noch nicht so weit und es wird noch lange dauern, bis auch die Linden in der Nähe wieder „explodieren“. Immerhin sind bringen ein paar Zierkirschen, Weiden, Krokusse und Osterglocken schon die ersten Farbtupfer in die triste Corona-Landschaft.

Da stehen sie nun, Beute abgestellt, kleines Flugloch geöffnet und – nichts. Naja, durchgeschüttelt von der Fahrt und so richtiges Flugwetter ist heute ja auch nicht gerade: 10 Grad, windig und nur wenige Sonnenstrahlen.

Trotzdem: Herzlich willkommen, ruht euch aus, morgen ist auch noch ein Tag.

2019-02-23 Ein Jahr Pause – keine Bienen, kein Honig

Pustekuchen mit Bienenkompott. Notgedrungen wird das Jahr 2019 ein Jahr ohne Bienen sein. am 17. und 19. Februar fiel die Entscheidung beide Völker aufzugeben: Immer noch stichig und aggressiv hatten sie es zwar ohne große Sorgfalt meinerseits über den Winter 2018/2019 geschafft (der eigentlich keiner war), aber nachdem auch der Garten inklusive Zaun und Terrasse demnächst erneuert werden soll, ist es vielleicht auch besser so. Denn für Handwerker, Gartenbauer und Landschaftsarchitekten wäre die Arbeit da hinten ganz gewiss nicht sehr angenehm gewesen.

Aufgegeben wird aber nicht – es besteht der feste Vorsatz, spätestens im Frühjahr 2020 wieder ein Volk aufzustellen und ein bisschen Honig zu ernten. Ganz gemächlich, mit der gewohnten Ruhe und Bedacht und der richtigen Rasse. Wenn es bis dahin noch Bienen und Blüten gibt. Und bis dahin erfreue ich mich eben an selbstgebackenem Zwetschgenkuchen. Schließlich wäre es auch schade um die Ausrüstung, die jetzt ebenfalls ein Jahr zustauben und Rost ansetzen darf.

Wir sehen uns also wieder, keine Frage…