2017-07-09 Zur falschen Zeit…

… am falschen Ort, dann noch ohne Schutz und schon  ist’s passiert. Immerhin kann ich jetzt das Gefühl nachvollziehen, mit solchen Lippen sprechen, trinken oder küssen zu müssen. Zum Tathergang: Beobachtung am Flugloch, später Nachmittag, kurzes Gebrummsel an der Lippe, ein bisschen im Schnurrbart verfangen und ZACK, kurzer Stich, kurzer Schmerz, dicke Lippe, dicke Backen, dicker Kopf. Festsetzen der Täterin zum Einleiten weiterer Ermittlungen oder Vorführen beim Haftrichter aussichtslos, da die Verdächtige kurz nach der Tat verstorben ist. Und nein, das auf dem Bild bin natürlich nicht ich selbst, auch wenn es inzwischen seeehr ähnlich ausschaut…

Lernen wir also aus diesem Tag und stehen künftig nicht ohne Schutz direkt in der Einflugschneise. Zumindest dann nicht, wenn dort reger Flugverkehr herrscht. Bei der sich bietenden Gelegenheit habe ich heute zum ersten Mal ein Mädel seziert. Nicht zur Strafe oder aus Rachegelüsten, nein, aber nachdem einige recht orientierungslos und offensichtlich auch trotz verschiedener Varianten von Starthilfen ziemlich flugunfähigwillig auf dem Rasen herumkrabbelten und die alte Königin entweder verschwunden oder verendet war, wollte ich sichergehen, dass sich hier keine Nosemose breitmacht.

WARNHINWEIS!

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Das nachfolgende Bild enthält Darstellung von Gewalt
und ist für Jugendliche unter 18 Jahren NICHT geeignet!

Der nach dem Ziehen des Stachels sichtbare Inhalt zeigt mir nichts Auffälliges, zumindest keinen weißlich glasigen Enddarm. Und so richtig apathisch sitzen sich auch nicht vor dem Flugloch, Dysenterie konnte ich bislang nicht feststellen und am Stechreflex mangelt es ja offenbar auch nicht gerade.

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[Anm.: Bei dieser Aufnahme wurde sichergestellt, dass keine Tiere leiden oder unnötigen Schmerzen ausgesetzt waren.]
Ich bin jetzt erst mal außer Gefecht (danke meinem Helferlein beim Erstellen dieses Beitrags) und die beiden nächsten Tage zuhause. Leider. Aber mit diesem Aussehen, den SSS-Problemen (Schlucken, Sprechen, Schlürfen) und dem dicken Kopf bringe ich im Büro – spätestens ab heute Nachmittag bzw. morgen früh, wenn die Schwellung ihren Höchststand erreicht – keine oder sicherlich nicht die erwartete Leistung.


 

2017-07-06 Oh! chéri chéri…

Dieser Song dürfte manch einem noch bekannt sein, der Name der Interpretin sicher weniger. Aber Französin ist sie auch, ebenfalls geboren im Juli, wie meine neue Königin für das große Zander-Volk.

Gestern, am 05.07.2017 kam sie mit der Post, lebend und mit 4 Begleitbienen. Damit ihr nicht langweilig wird. Aus Frankreich. Vielleicht aus dem Elsass oder aus der Provence, am Freitag bestellt, Dienstag verschickt, Mittwoch zuhause. Ist ok.

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Naja, die hat im Gegensatz zu Karen Cheryl noch nicht gesungen und seit Beginn ihres Auftritts gestern Abend gegen 20:00 Uhr hing sie erst mal im einigermaßen sicheren Zusetzkäfig zwischen zwei Waben. Aber heute, nach vorgeschriebenen 24 Stunden haben wir das Schutztürchen geöffnet und sie kann sich jetzt bis morgen von innen (und das Volk von außen) durch den Verschluss aus Futterteig aneinander heranfuttern. So wie mit einer Spaghetti am heutigen internationalen Welt-Kuss-Tag.

Zum Glück spreche ich noch etwas französisch, auch wenn die Vokabeln inzwischen etwas nachgelassen haben. Aber ganz ohne Risiko ist das alles nicht: Wenn sie zu aufgeregt reagiert, sich im Ton vergreift  oder das Publikum sie nicht mag, wird sie skrupellos und revolutionsartig beseitigt, und zwar nicht nur ausgepfiffen sondern gestochen und entsorgt. Obwohl das Volk sie dringend braucht: Ohne Brut wird es in ein paar Wochen förmlich aussterben.

Deshalb nochmal vorsorglich auf nichtvorhandene Brut und eventuelle Weiselzellen geprüft, was auf eine eventuell doch noch vorhandene Königin und zwangsläufigen Rivalenkampf schließen ließe. Aber nichts gefunden, könnte klappen. Daumen drücken. Bonne chance, petite princesse!


2017-07-01 Wo ist sie?

Ich könnte mir die Haare raufen! Ok, das war ein Insider, aber es ist in der Tat zum Verrücktwerden: Eine der beiden Königinnen aus dem Kauf der Völker in diesem Frühling ist nicht mehr aufzufinden. Keine Brut mehr im großen Volk, dafür umso mehr im kleineren, durch den Schwarm am 03.06.2017 verminderten Volk, das sich unbemerkt eine Königin selbst nachgezogen hatte. Dass dort die alte Königin nicht mehr wohnt ist klar, die hat uns ja mit dem Schwarm verlassen. Also genau genommen mich. Das nehm‘ ich ihr übel und schon ein bisschen persönlich. Aber dafür hat offensichtlich deren Nachfolgerin ihren Jungfernflug erfolgreich gemeistert und mit der Eiablage begonnen. Wo sonst sollten – 25 Tage nach dem Schwarm – die vielen Brutzellen herkommen? Das bleibt schon mal weiter zu beobachten, und wenn sie mir unter die Augen kommt, wird sie gefangen und ge(kenn)zeichnet. Mit 2017er gelb.

Aber wo ist die Chefin des großen Zander-Volks? Alle Waben gezogen und kontrolliert, nicht gefunden. Und die fehlende Brut deutet darauf hin, dass sie irgendwann schon vor mehreren Tagen „abhanden“ gekommen sein muss. Ohne Ausschwärmen. Oder sie hat einfach aufgehört zu arbeiten. Fristlose Kündigung? Königinnen-Streik? Gibt’s das? So ganz ohne Gewerkschaft, Streik-Ankündigung und Schlichtungsverfahren? Betriebsrat wäre bei der Anzahl der Mitarbeiterinnen ja grundsätzlich möglich, da hätte man sich doch bestimmt irgendwie einigen können :-/

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Mangels Brut kann das Volk hier auch nicht selbst für Ersatz sorgen, sondern ich muss aktiv werden. So bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Suche nach einer neuen Königin zu gehen. Zwei Möglichkeiten: Imker telefonisch abklappern, ob mir jemand aus seiner Züchtung eine 2017er abgibt (aber nicht jeder züchtet Bienen) oder gleich ins Netz und eine Königin kaufen. Kommt per Post, mit Begleitbienen und Futter und hoffentlich wie beim letzten Mal mit Gesundheitszeugnis bzw. Zuchtnachweis und wird dann nach Vorschrift eingesetzt.

Ach ja, mit dem Etikettieren bin ich ebenfalls durch:

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Ich geh jetzt mal im Netz auf die Suche nach Königinnen (Apis mellifera carnica) und werde berichten.


 

2017-06-30 Schon wieder Honig?

Wie angekündigt gab’s am Mittwoch einen kurzen Kontrollblick und eine schnelle Entscheidung: Ernten! Ja, schon wieder waren 8 Waben reif und nahezu vollständig verdeckelt. Also Werkzeug gerichtet, Waben entnommen, entdeckelt,

geschleudert – jede Seite 1x anschleudern, dann jede Seite mit hoher Umdrehung ausschleudern, insgesamt also 4 Schleudergänge pro Füllung – ihr dürft mich MIELE nennen -, gesiebt und in den Eimer gefüllt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dann wieder warten, was sonst, bis die Luftblasen sich oben absetzen. Abgefüllt wurde deshalb erst am Donnerstag, sobald alle Gläser und Deckel gespült waren, und heute, am Freitag, wird noch etikettiert.

Ergebnis diesmal: 15kg mit einem sehr niedrigen 16,2% Wassergehalt – super Ergebnis!

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2017-06-24 Der Hoflieferant…

Die Zitterpartie mit dem Nachschub hat nun doch noch geklappt: Nachdem die vorhandenen Honiggläser nahezu aufgebraucht waren und in dem von mir bevorzugten Onlineshop kein „In den Warenkorb“-Button erschien, stieg mein Adrenalin-Pegel etwas. Schluck – wo bekomme ich jetzt noch Gläser her? Reicht das noch bis zur nächsten Ernte? Jetzt sind doch alle Imker irgendwie am Schleudern und Abfüllen… Ebay bietet viel zu viel Schrott und bedarf gefühlt stundenlanges Aussortieren und Recherchieren, andere Händler haben auch nicht genau die Gläser, die ich will, auf Lager. Was tun?

Aber: Nicht richtig nachgeschaut, denn beim jeweiligen Glas muss zunächst noch Menge und Packungsgröße ausgewählt werden, dann zeigt sich auch der begehrte Button. Möp – hätte ich mir ja gleich denken können. Jedenfalls hat mein Hoflieferant Bienenweber die Lieferung dann doch auf Lager und wie gewohnt schnell und verlässlich auf den Weg gebracht, sodass ich heute mal wieder Besuch von DHL erhielt. Danke an beide! Und terminlich passt es ebenfalls genau: Mein heutiger Blick in die beiden Honigräume zeigt mir, dass mindestens 8 weitere Waben demnächst reif für die Insel Ernte sind. Viele Waben sind schon zu 3/4 verdeckelt und die Mädels sammeln immer noch fleißig (vermutlich Linde, die blühen noch). Ich denke mal, dass diese dann die letzten in diesem Jahr sein werden.

Letztlich doch gute Nachrichten, nicht ganz so heißes Wetter heute, ein angenehmer kühler Wind – verblüffend, aber so einfach und schnell geht „Glück“! Euch allen ein schönes Wochenende 🙂

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