2017-09-30 Stille Nacht…

Nein, natürlich ist noch nicht Weihnachtszeit, auch wenn bei ALDI (endlich) wieder die Marzipanbrote im Regal liegen und die Zeit für guten Wein am Kaminfeuer und dem Nachdenken über das vergangene Bienenjahr mit allen Aufs und Abs naht. Aber da die Nächte deutlich kühler werden, reduzieren sich die wesentlichen Flugaktivitäten beider Völker auf Zeiten zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Logisch, wer will sich schon bei 10° Grad mit langen Unterhosen und einer Jacke für den kühlen Rückflug am späten Abend die Flügel abfrieren. Abends draußen sitzen wird langsam ebenfalls unangenehm zugig.

Und so sitzen vermutlich alle Mädels morgens um 10:00 Uhr noch gut ausgeschlafen und hübsch zurechtgerichtet gemütlich beim Brunch mit der Chefin an der großen Tafel, schnacken über die Träume der vergangenen Nacht, die Erwartungen an den kommenden Tag und erzählen den vergleichsweise noch unerfahrenen, erst in den letzten Wochen geschlüpften Winterbienen, was sie draußen so in der Regel erwartet.

Für’s Frühstück habe ich gesorgt, schließlich war bis vor ein paar Tagen noch die Winterfütterung am Laufen. Beide Völker haben dabei bis heute 21 Liter (DNM-Volk) und 24 Liter (ZANDER-Volk) bekommen und die Futtertasche komplett leergeschleckt. Ziemlich viel, weil die Zuckerlösung ja dann noch mit Faktor 1,4 ins Gewicht umzurechnen ist und weil ich versehentlich die gefüllten 1,5-Liter-Messbecher als 1-Liter-Gaben gezählt hatte – na denn, geschadet hat’s wohl nicht.

Das Gewicht liegt aktuell (gesamte Beute, ohne die jetzt entnommene Futterzarge, aber inkl. Bleckdeckel etc.) bei 48kg (DNM-Volk, 2-zargig) und 64kg (ZANDER-Volk, 2-zargig).

Wenn ich im Oktober nicht doch nochmal nach Milben, eventuellem Futterbedarf und den beiden Königinnen schaue (und so wie ihr mich kennt, mach‘ ich das wohl auch), kann der Winter kommen. Brrrrr…


 

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2017-08-22 Milben, Milben, Milben…

Es kann mir künftig kein Imker in Baden erzählen, er habe keine Milben in seinen Völkern. Zwei Völker, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten und trotzdem Milben ohne Ende. Ein Volk in Zander-Anordnung mit gekaufter Königin, ein Volk in DNM-Anordnung mit vom Volk selbst nachgeschaffter Königin, und alles sah am Anfang Ende Juli ganz harmlos aus: Im Zander-Volk nur 5 tote Milben in 3 Tagen, im DNM-Volk 140 tote Milben in 3 Tagen, jeweils gemessen und gezählt auf eingeschobener Gemüllschulblade. Ok, 140 bzw. rund 50 pro Tag ist ein Wort und sofortiges Handeln angesagt. Also los.

Nachdem die 3 Tage Varroa-Messung bereits mit dem ersten kurzen Einfüttern verbunden waren (jedese Volk hat 4 Liter ApiInvert-Flüssigfutter verputzt), konnte die biologische Varroa-Behandlung mit Ameisensäure im Nassenheider-Verdunster starten. Nach 21 Tagen – ich wollte mal die Behandlung bewusst über den vollen Brutzyklus von Eiablage bis zum Schlüpfen fortsetzen – habe ich sie beendet und die zweite Fütterung vor dem Winter begonnen. Statistisch sieht das Ganze so aus:

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Die 300 Milben pro Tag sind schon etwas schockierend, nicht wahr? Ich denke auch, mal sehen, ob das DNM-Völkchen diese Sauere übersteht. Die waren ja sowieso schon etwas gebeutelt in diesem Jahr, nachdem ein Drittel samt alter Königin abgeschwärmt war. Aber so ist es eben. Nicht mehr zu ändern und abzuwarten.

Jetzt schauen wir noch, wie viel Winterfutter die beiden Völker noch wegschaffen, nach der zweiten Gabe von erneut jeweils 4 Liter werde ich wohl vorsorglich nur noch literweise nachreichen, damit ich am Ende nicht die halbe Ladung nicht abgenommen entsorgen muss. Und dann war’s das bis auf einige Durchsichten und eine eventuelle zweite Ameisenbehandlung Ende September/Oktober für dieses Jahr. Vielleicht – ich lass mich da noch überraschen…


2017-07-30 Nach dem Honig…

…ist vor dem Honig. Wie bei vielen anderen Dingen auch. Schließlich bin ich den Mädels das schuldig, nachdem ich ihnen ihr Gold abgeknöpft habe. Nachdem jetzt nicht mehr mit wesentlichen Einträgen zu rechnen ist, die zu einer weiteren Honigernte führen könnten, habe ich den Honigraum abgenommen und die darin hängenden, teilweise befüllten Waben in die Tiefkühltruhe gestellt. Das beugt einerseits der Wachsmotte vor, die sich dort eventuell unbemerkt eingenistet haben könnte und andererseits konserviere ich die Waben so ausreichend, um sie im nächsten Jahr als Notvorrat oder zum Bebrüten einhängen zu können.

Aber damit ist die Arbeit noch nicht getan. Bei der ungefähr Ende Juli, spätestens Anfang bis Mitte August anstehenden Varroakontrolle konnte ich nach 3 Tagen auf der eingeschobenen Schublade den Milbenbefall einschätzen.

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Aktuelles Ergebnis der Auszählung: 5 Milben über 3 Tage in Volk 1 (Zander), 140 Milben über 3 Tage in Volk 2 (DNM). Alarm! In Volk 2 besteht dringender Handlungsbedarf. Das Volk würde – weil auch die Brut befallen wird – aussterben, wenn wir die Milben jetzt nicht bekämpfen. Mistviecher.

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Also schnell 4,5 Liter Bienenfutter (ApiInvert) aus dem Raiffeisenmarkt gefüttert – den knappen Liter Rest vom Vorjahr habe ich weggeschüttet, der roch irgendwie säuerlich – und nach weiteren 3 Tagen, nachdem die Futterzargen leergeschleckt waren, die Behandlung mit Ameisensäure über den Nassenheider Verdunster in jedem Volk begonnen. Flasche voll, Vlies drunter, die Schale im oberen Brutraum auf die Waben gestellt und umgedrehte Futterzarge als Deckel drauf.

Heute nochmal kurz kontrolliert, ob die Verdunstung läuft: Verdunstervlies ist getränkt, Flasche tropft nicht, alles ok, jetzt heißt es alle paar Tage den Milbenfall auf der Schublade kontrollieren (der sollte jetzt stark zu und dann wieder stark abnehmen), immer wieder Säure in den Verdunster nachfüllen und das ganze über 14 Tage beibehalten, damit der gesamte Brutzyklus von Eiablage bis zum Schlüpfen behandelt ist. Sonst schlüpfen mit den jungen Bienen auch wieder neue Milben. Oder die Bienen schlüpfen erst gar nicht…

Am Ende dann die Waben kontrollieren, Königin finden (!) und für den Winter einfüttern. Aber das kennen wir ja schon. Zwischendrin immer wieder warten. Und die lauen Sommerabende genießen. Gehört ja auch irgendwie dazu. Zum Glück hab ich Urlaub und Zeit dafür…


 

2017-07-09 Zur falschen Zeit…

… am falschen Ort, dann noch ohne Schutz und schon  ist’s passiert. Immerhin kann ich jetzt das Gefühl nachvollziehen, mit solchen Lippen sprechen, trinken oder küssen zu müssen. Zum Tathergang: Beobachtung am Flugloch, später Nachmittag, kurzes Gebrummsel an der Lippe, ein bisschen im Schnurrbart verfangen und ZACK, kurzer Stich, kurzer Schmerz, dicke Lippe, dicke Backen, dicker Kopf. Festsetzen der Täterin zum Einleiten weiterer Ermittlungen oder Vorführen beim Haftrichter aussichtslos, da die Verdächtige kurz nach der Tat verstorben ist. Und nein, das auf dem Bild bin natürlich nicht ich selbst, auch wenn es inzwischen seeehr ähnlich ausschaut…

Lernen wir also aus diesem Tag und stehen künftig nicht ohne Schutz direkt in der Einflugschneise. Zumindest dann nicht, wenn dort reger Flugverkehr herrscht. Bei der sich bietenden Gelegenheit habe ich heute zum ersten Mal ein Mädel seziert. Nicht zur Strafe oder aus Rachegelüsten, nein, aber nachdem einige recht orientierungslos und offensichtlich auch trotz verschiedener Varianten von Starthilfen ziemlich flugunfähigwillig auf dem Rasen herumkrabbelten und die alte Königin entweder verschwunden oder verendet war, wollte ich sichergehen, dass sich hier keine Nosemose breitmacht.

WARNHINWEIS!

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Das nachfolgende Bild enthält Darstellung von Gewalt
und ist für Jugendliche unter 18 Jahren NICHT geeignet!

Der nach dem Ziehen des Stachels sichtbare Inhalt zeigt mir nichts Auffälliges, zumindest keinen weißlich glasigen Enddarm. Und so richtig apathisch sitzen sich auch nicht vor dem Flugloch, Dysenterie konnte ich bislang nicht feststellen und am Stechreflex mangelt es ja offenbar auch nicht gerade.

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[Anm.: Bei dieser Aufnahme wurde sichergestellt, dass keine Tiere leiden oder unnötigen Schmerzen ausgesetzt waren.]
Ich bin jetzt erst mal außer Gefecht (danke meinem Helferlein beim Erstellen dieses Beitrags) und die beiden nächsten Tage zuhause. Leider. Aber mit diesem Aussehen, den SSS-Problemen (Schlucken, Sprechen, Schlürfen) und dem dicken Kopf bringe ich im Büro – spätestens ab heute Nachmittag bzw. morgen früh, wenn die Schwellung ihren Höchststand erreicht – keine oder sicherlich nicht die erwartete Leistung.


 

2017-07-06 Oh! chéri chéri…

Dieser Song dürfte manch einem noch bekannt sein, der Name der Interpretin sicher weniger. Aber Französin ist sie auch, ebenfalls geboren im Juli, wie meine neue Königin für das große Zander-Volk.

Gestern, am 05.07.2017 kam sie mit der Post, lebend und mit 4 Begleitbienen. Damit ihr nicht langweilig wird. Aus Frankreich. Vielleicht aus dem Elsass oder aus der Provence, am Freitag bestellt, Dienstag verschickt, Mittwoch zuhause. Ist ok.

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Naja, die hat im Gegensatz zu Karen Cheryl noch nicht gesungen und seit Beginn ihres Auftritts gestern Abend gegen 20:00 Uhr hing sie erst mal im einigermaßen sicheren Zusetzkäfig zwischen zwei Waben. Aber heute, nach vorgeschriebenen 24 Stunden haben wir das Schutztürchen geöffnet und sie kann sich jetzt bis morgen von innen (und das Volk von außen) durch den Verschluss aus Futterteig aneinander heranfuttern. So wie mit einer Spaghetti am heutigen internationalen Welt-Kuss-Tag.

Zum Glück spreche ich noch etwas französisch, auch wenn die Vokabeln inzwischen etwas nachgelassen haben. Aber ganz ohne Risiko ist das alles nicht: Wenn sie zu aufgeregt reagiert, sich im Ton vergreift  oder das Publikum sie nicht mag, wird sie skrupellos und revolutionsartig beseitigt, und zwar nicht nur ausgepfiffen sondern gestochen und entsorgt. Obwohl das Volk sie dringend braucht: Ohne Brut wird es in ein paar Wochen förmlich aussterben.

Deshalb nochmal vorsorglich auf nichtvorhandene Brut und eventuelle Weiselzellen geprüft, was auf eine eventuell doch noch vorhandene Königin und zwangsläufigen Rivalenkampf schließen ließe. Aber nichts gefunden, könnte klappen. Daumen drücken. Bonne chance, petite princesse!