2022-04-30 Schwaaam-Alaaam!

Heute wird’s so richtig spannend. Ich kann nicht sagen, man hätte mich nicht gewarnt: die Kippkontrolle bietet eine hohe, aber keine hundertprozentige Gewähr dafür zu erkennen, ob ein Volk in Schwarmstimmung ist oder nicht. Aber wie so oft hat jeder die Hoffnung, nicht zu den restlichen 5 bis 10 Prozent Fehlerquote (Schwarm nicht erkannt) zu gehören. Ich auch. Ein bisschen wie das St. Floriansprinzip

So kam, was wohl irgendwie kommen musste – und ich hoffe, damit bin ich rein statistisch betrachtet für die nächste Zeit bedient: Volk002 ist geschwärmt. Hunderte Bienen haben sich den Bauch mit Proviant vollgeschlagen und sind mit der „alten“ Königin (die sie sich bei Ablegerbildung 2021 selbst gezogen hatten) getürmt.

Als ich den Anruf bekam: „Papa, komm, ich glaub‘ unsere Bienen schwärmen!“ rieb ich mir zunächst verwundert die Augen. War doch die Kippkontrolle am letzten Samstag eindeutig negativ, das Volk völlig unauffällig und auch das Bienenherz meldete keinen Alarm. Kein Brummen, kein Fiepen. Hatten die Mädels das alles still und heimlich im Verborgenen geplant?

Und es ging mir noch einiges mehr durch den Kopf:

  • Liegt die Schwarmlust doch an den Genen einer Nachschaffungs-Königin?
  • Schaffen wir es, sie einzufangen? Ich hab null eigene Erfahrung mit dem Schwarmfang…
  • Oder reichen die paar Internetvideos und Anleitungen?
  • Brauchen wir die Feuerwehr?
  • Und wenn ja: kommen die auch mit der Leiter nah genug ran?
  • Oder lassen wir den Schwarrn besser ziehen, auch wenn ich damit rund 50 EUR verliere und sie keine Chance haben ohne Beute und Imker?
  • Warum hat das Bienenherz mich nicht gewarnt?
  • Wie konnte ich die Weiselzellen übersehen? Reicht Kippkontrolle nicht aus?
  • Was brauche ich alles und wie komme ich jetzt dort hin? Auto mieten?

Egal und genug gegrübelt, schnelles Handeln war gefragt. Glücklicherweise war ein Stadtmobil in der Nähe verfügbar und ich selbst hatte noch eine Zarge mit Gitterboden und Deckeln herumstehen – hat ja schließlich jeder und immer auf Vorrat. Endlich ist sie in Verwendung, Stichwort „totes Kapital“. Zur Vorbereitung nahm ich noch eine Kiste mit vorbereiteten Rähmchen (Mittelwände und Ausgebaute) dazu. Und noch eine Kiste, also eher ein großer Karton, falls etwas schiefgeht. Also 3 Kisten, man weiß ja nie. Dazu den Ganzkörper-Anzug – auch wenn es heißt „ein Schwarm sticht nicht“, eine Wassersprühflasche und eine lange Alustange mit Astschere am Ende. Für alle Eventualitäten gewappnet, so hoffte ich.

Der aufmerksame Leser merkt schon: Da fehlt doch was…

Vor Ort angekommen zuerst ein Blick auf Volk002. Alles ruhig, normaler leichter Flugbetrieb, als wäre nichts gewesen. Aber die Waage zeigt eindeutig über 3 kg plötzlicher Gewichtsverlust:

Ein paar Schritte weiter, Kopf hoch und da hingen sie. Wirklich weit kamen sie ja nicht: 10 Meter weiter auf Nachbars Grundstück war schon Schluss mit Lustig. In der Eibe und etwa 5 Metern Höhe hatten sie sich gesammelt:

Das laute und wilde Summen und Fliegen, das auch die Nachbarn aufgeschreckt hatte, war schon ziemlich abgeklungen und wir machten uns zügig, aber nicht hastig, an die Vorbereitungen. Ich wäre nicht der erste Imker, der in Hetz und Eile vom Baum fällt. Also Leiter mit Bedacht stellen und unterlegen, Sprühflasche mit frischem kaltem Wasser füllen, Schutzanzug anziehen und die Astschere bereithalten. Dann noch gut zielen und abschätzen, wo die Kiste stehen muss, damit der abgesägte Ast mitsamt der Bienentraube genau hineinfällt:

Na denn, rauf die Sprossen, etwas Wasser sprühen. Mist, die sind aber wirklich weit oben. Naja, zur Not nicht ganz so nass, wird schon schiefgehen. Dann die Zweige, die den freien Fall nach unten stören, abzwicken, ein weiterer Schnitt und der Ast saust mit der Traube in die Zarge. Zack. Gut gezielt.

Runter von der Leiter und schauen, ob die Königin mit in der Kiste gelandet ist. Und ob sie nicht vom Ast erschlagen wurde. Da wir sie nicht finden, verlassen wir uns darauf, dass die Bienen ziemlich schnell beginnen zu sterzeln und in die Zarge marschieren.

Bis wir nach oben sehen und am Ast daneben 2 weitere kleine Trauben hängen. Sollte sie noch dort oben sein? Also nochmal hoch, noch zwei drei Schnitte, auch die beiden kleineren Trauben in die Kiste. In die zweite, den Notfall-Karton (jaja, die Sache mit der Redundanz und dem doppelten Boden) und auch diese Bienen mit in die gut gefüllte Zarge geschüttelt. Jetzt müssten wir „eigentlich“ alle haben.

Nach einer knappen Stunde hat sich der Schwarm beruhigt und ist fast gänzlich in die Zarge gewandert. Den Rest noch eingefegt, Deckel drauf und abtransportiert zum neuen Standort. Die Nachbarn sind auch froh, dass wieder Ruhe einkehrt.

Wir platzieren den Schwarm in seiner neuen Beute neben Volk002, aus dem sie geflüchtet waren. Kann man machen, habe ich gelesen, die verfliegen sich jetzt nicht mehr zurück.

Ich gebe ihnen noch ein paar relativ frische, aber ausgebaute Rähmchen, die ich noch vom letzten Jahr habe, damit sie wenigstens ein paar Möbel in ihrem neuen Zuhause haben. Und tags darauf noch ein Leerrähmchen und ein paar Mittelwände. Denn es sind wirklich viele Bienen, wie sich hier mit etwas Phantasie oder Zweifingerzoom erkennen lässt (alle Wabengassen besetzt):

Da das Wetter am Wochenende nicht wirklich sammelfreudig wird und sie ja nicht gleich an den ersten Tagen nach dem Umzug verhungern sollen, spendiere ich ihnen noch ganz hinten ein Futterrähmchen mit etwas Flüssigfutter. Mein Schema und den Einrichtungsplan für neue Möbel in der Beute kennen wir ja bereits:

(Flugloch vorn) M L A A A A A A M M (Futterwabe oder Schied hinten)

Rähmchen mit Mittelwand, Leer, Ausgebaut. Ihr werdet lachen: Ich hab mir mal die Belegung auf einen Zettel notiert und mitgenommen, damit ich im ganzen Stress auch wirklich dran denke und nicht einfach alles wild durcheinander hänge. Schließlich steckt da ein durchdachter Plan dahinter. Man wird älter…

A pro pos „älter“: Mir fällt gerade ein, dass ich mal nach dem bestellten Flüssigfutter im 28kg-Großgebinde nachfragen muss. Das war ja schon vor 4 Wochen und ich bunkere das lieber jetzt, bevor der Herbst und die große Nachfrage kommt. Antizyklisch kaufen…

Zum Abschluss war natürlich noch ein Blick in das geschrumpfte Volk002 notwendig:

Kippkontrolle zeigt immer noch keine Weiselzellen und das Volk verhält sich ruhig und unauffällig. Also doch alle Waben ziehen und einzeln durschauen? Naja, muss wohl. Wir heben Honigraum und oberen Brutraum ab, stellen sie beíseite und beginnen im unteren Brutraum. Danach den oberen wieder aufsetzen und durchschauen. Das gestaltet sich „etwas“ schwierig, denn es sind eine Menge Drohnen vorhanden, die mit ihrer Körpergröße eine Suche nach der vergleichsweise ebenso großen Königin nicht gerade erreichtern. Am Ende haben wir keine Königin gesehen aber doch tatsächlich noch 3 Weiselzellen gefunden, eine kleine leere und zwei große. Eine davon sieht nicht ganz ok aus, die brechen wir und letzten Endes verbleibt eine große Weiselzelle im Volk. Das wird wohl die neue werden, wenn wir sie nicht übersehen haben. Daumen drücken.

Am Wochenende werde ich auch Volk001 genauer durchschauen, denn auf noch einen Schwarm habe ich gerade weder Lust, noch Zeit, noch Material, noch Platz zum Aufstellen.

Fazit:

  • Die Kippkontrolle ist bewiesenermaßen nicht zu 100 % zuverlässig.
  • Das Bienenherz alarmiert erwiesenermaßen nicht zu 100 % zuverlässig.
  • Der Gewichtsverlust beim Schwärmen zeigt sich (mit hier 3kg) deutlich auf der Waage.
  • Der Schwarm ist unfallfrei und erfolgreich gefangen, einlogiert und neu aufgestellt.
  • Wenn alles gut verläuft, habe ich demnächst ein Volk003.
  • Von den 3 Weiselzellen in Volk002 haben wir wegen nicht gesichteter Königin 1 belassen.
  • Ich muss mich künftig vorbereiten (große Leiter, Zarge, Gitterboden, Sprühflasche, Kisten, Rähmchen, Astschere).
  • Die drei kleinen Zweige, die der Baum lassen musste, schaden ihm nicht.
  • Die Nachbarn haben sich letztlich sogar etwas über die kleine Actionvorführung gefreut.

Puuh, durchatmen. Für’s erste Mal ganz gut gelaufen, denk ich. Vielen Dank noch an die Nachbarn, meinem mutigen, willigen und fähigen Assistenten und der gesamten Film-Crew.

Lasst mir doch gerne einen Kommentar hier.

Nachtrag: Hier noch ein paar Fotos, dir mir der Nachbar freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

2022-04-24 Immer wieder Samstags…

…steht bei mir ab jetzt die Schwarmkontrolle auf dem Plan. Nach der doch sehr kalten Woche, in der die Temperaturen kurzzeitig bis unter 0 Grad gefallen waren,

holten die fleißigen Mädels das ausgefallene Pollen- und Nektarsammeln auf. Also auf geht’s, Jacke und Handschuhe an und los. Zuerst der obligatorische Blick aufs Flugloch (Polleneintrag bei Sekunde 7 bis 9):

Nach dem Abheben des Honigraums, in dem noch nicht wirklich was los war, ist der Blick frei auf Absperrgitter und darunter liegenden oberen Brutraum:

Beim Kippen des oberen Brutraums (anheben, zurückziehen und hochkant auf dem unteren Brutraum absetzen) waren keine Weiselzellen zu sehen. Auch kaum Wildbau an den unteren Rändern. Also so weit alles in Ordnung. Offensichtlich sind sie noch sehr beschäftigt mit dem Ausbau der vor kurzem eingehängten Mittelwände und Rähmchen. Aber es ist ja erst April und nachdem die Süßkirschen gerade verblüht sind, gehen jetzt erst mal die Sauerkirschen und Apfelbäume an den Start und der Flieder steckt teils noch in den Kinderschuhen:

Merker für die nächste Kontrolle: morgens bei noch relativ frischen 10 Grad durchschauen ist wesentlich besser – viele Bienen sind unterwegs und die zuhause gebliebenen Stubenhocker trotten gutmütig und eher verschlafen durch die Waben. Eine tolle Chance, die hübschesten mal ganz aus der Nähe zu betrachten:

Schön, nicht wahr? Genauso wie der entspannte Spaziergang danach vorbei an der Albkapelle,

am Abend dann – im Dunkeln, damit ich keine Schwärme von Bienen, Wespen und Hornissen anlocke – ein bisschen dem Wachs beim Schmelzen zuschauen

und es danach klären in einen großen Block

…oder mehrere Blöcke 🙂

Das war’s für heute, bis zum nächsten Mal…

2022-03-20 Jahres- und Arbeitsbeginn

Die Gedanken streiften ja über den Winter hinweg immer wieder mal an meine beiden Völker. Werden sie überleben? Habe ich genug gefüttert? Waren die Behandlungen gegen die Varroa-Milbe erfolgreich und ausreichend? Antworten darauf erhält man als Imker meist erst im Frühjahr, wenn das Gewicht der Völker mit Verbrauch der Futterreserven immer weiter abnimmt und die ersten Völker sich als erfroren oder verhungert zeigen.

So auch bei mir. Beide Völker, 001 zweizargig, 002 einzargig überwintert, scheinen es geschafft zu haben. HURRA! Sie fliegen ausgiebig, sammeln Pollen und am Wochenende habe ich beschlossen, beiden als Zweizarger weiterzuführen, also

  • beim Ex-Ableger (002) die vor 2 Wochen vorsorglich mit 1,5 Litern Zuckersirup eingesetzte Futterwabe entnehmen und einen zweiten Brutraum aufsetzen und
  • beim Zweizarger (001) den unteren Brutraum entnehmen, besetzte und gute Waben in den verbleibenden und den oben aufgesetzten neuen Brutraum mit frischen Rähmchen und Mittelwänden umhängen.

Wie erwartet war ich beim Zweizarger mit umsetzen, abfegen und neu einsortieren dann doch „etwas“ beschäftigt und danach ziemlich groggy und verschwitzt. Für mich ist manches immer noch „stressig“, es gehen ja auch so viele Gedanken durch den Kopf:

  • Wie sind die Mädels heute drauf?
  • Ist diese Wabe gut genug, um drin zu bleiben?
  • Kann diese Futterwabe raus zur Reserve und haben sie dann noch genug?
  • Hoffentlich quetsche ich die Königin nicht versehentlich (hab sie nicht gesehen…)
  • Kann ich trotz Umhängen alter Rähmchen das beabsichtigte Schema <MALAAAAAAMMS einhalten?
  • Bin ich schon zu lange am offenen Volk aktiv und drehen sie langsam durch?
  • Ist das wirklich richtig so geplant oder habe ich nicht doch etwas übersehen?
  • Ist am Ende alles in der richtigen Reihenfolge und zusammengesetzt? Neuer Brutraum oben, Absperrgitter nicht vergessen, Honigraum sitzt, Trennschiede hinten in allen 3 Zargen?

Deshalb ging ich den Ablauf auch schon ein paar Tage vorher durch und ich empfehle jedem unerfahrenen Imkerlein (ich sehe mich da in Teilen durchaus noch als solchen), sich vorher den Ablauf und die Prozesschritte zu notieren. Das hilft und beruhigt, wenn man wieder nachschauen kann, was anliegt.

Und weil zudem gerade die Weidekätzchen bzw. Salweiden blühen – wie ich gelesen habe für viele Imker das Signal, dass es bald so richtig losgeht im Bienenvolk – bekamen beide Völker auch gleich einen Honigraum mit frischen Rähmchen und Mittelwänden obenauf. (Absperrgitter dazwischen versteht sich, damit die Königin nicht im Honigraum brütet und dort nur Honigwaben entstehen)

Am nachbarlichen Kirschbaum treibt es die ersten Knospen aus den Zweigen – noch grün und klein, aber ein paar weiße sind schon dazwischen und dann geht das ja bekanntlich ruckzuck:

Auch die Wetterprognosen sehen gut aus:

Leider hat das Bienenherz im Ableger (002) seinen Geist aufgegeben – oxidiert durch zu viel Feuchtigkeit (?) oder doch irgendwann nach Behandlung etwas Ameisensäure-Dampf abbekommen – ich weiß es nicht genau. Jedenfalls liefert es seine Daten nicht mehr zuverlässig und reagiert auf Verbindungsversuche nur noch sporadisch. Ich hab den Patienten hier auf dem Seziertisch, aber viel mehr als säubern, Kontaktspray und wieder und wieder Neustarts kann ich nicht tun:

Mist, ziemlich ärgerlich. Und so blieb mir nichts anderes übrig, als ein neues zu bestellen. Das alte wandert in die Elektro-Pathologie und dient dort vielleicht noch wissenschaftlichen Zwecken. Okay, ich hätte das Herzeln für eines der beiden Völker auch einstellen können, aber wer will das schon.

Hier ein Portrait des Neuankömmlings, der hoffentlich etwas widerstandsfähiger und langlebiger ist (der große Chip, ein EFR32BG13P732HG links sieht jetzt auch etwas anders aus):

Das neue Herz setze ich in den nächsten Tagen, wenn ich beim (Ex-)Ableger 002 vorbeischaue, ein und teste seine Funktion. Die beiden Schräubchen tausche ich wieder vorsorglich, denn die originalen werden nach einmal rein und wieder raus leider sehr schnell rund und lassen sich so vermurkst kaum noch herausdrehen. Verbindung zu App und Datenbank konnte ich damit schon herstellen, für den Rest (Daten verknüpfen und Datenbank geradeziehen und dem Volk zuordnen) steht mir der Support von beehive-monitoring kostenlos zur Seite. Hab ich schon im Rahmen der Fehleranalyse vereinbart.

Abschließend für heute mal noch die aktuellen Daten beider Völker, wir lesen uns. Danke für’s Interesse, bis bald.

Volk 001: https://main.beehivemonitoring.com/externalLink/08d96ae8-4b3c-4a0f-8c14-5b120f0e930e

Volk 002 (ich sagte ja, das sah am Ende ziemlich schräg und nach Defekt aus…): https://main.beehivemonitoring.com/externalLink/08d96ae8-4b3c-4a10-8be5-288581bd2cd6

2021-09-25 Schock am Ableger…

Aaaaaah! Alarm! Rote Warnlampen!!!

Adrenalinschub letzte Woche, als noch die Ameisensäurebehandlung beim Ablegervölkchen lief: Bienenherz zeigt roten Status, zusätzlich rote Lampe bei den Bienen und die Königin fährt unter gelber Flagge. Außerdem kontinuierliche Gewichtsabnahme. Erste Gedanken mit Horrorszenarien und Schreckensbildern zucken durch den Kopf:

  • Königin durch Ameisensäurebehandlung oder Stress im Volk verloren?
  • Volk so geschwächt, dass Eindringlinge alle Vorräte ausrauben konnten?
  • Oder so viel Totenfall, dass nichts mehr übrig blieb?

Was ist da los?

Also satteldiehüh, so schnell wie möglich auf den Weg gemacht und nachgeschaut. Bei Ankunft erst mal kurz die Allgemeinsituation beobachtet. Kein Getute, kein Rauschen, vor dem Flugloch etwas Betrieb:

Nächster Schritt: Jacke an, Schleier auf und in die Handschuhe gesprungen. Deckel auf. Blick durch die Folie…

Hmm, sieht irgendwie „normal“ aus. Kein Riesenvolk wie das 001er, das ist klar, sonst wäre es kein junger Ableger. Aber genug Betrieb auf mehreren Wabengassen. Gutes Zeichen außerdem, dass sie Pollen eintragen. Wenn sie sich nicht gegenseitig kurz vor der Landung anrempeln und abschmieren. Sieht man oben im Video – wenn man sich Zeit nimmt und genau hinschaut. Oder die Wiedergabegeschwindigkeit etwas runterdreht. Ab 0:44…

Also erst einmal Entwarnung. Nach der Königin habe ich nicht gesucht, die Behandlung mit Ameisensäure ist schließlich stressig genug und man soll sie ja währenddessen nicht stören. Sonst hat man „wirklich“ ein Problem.

Also durchatmen, zurücklehnen und sich einreden: Die machen das schon. Vertrauen. Das Thema hatten wir ja schon mal.

Um es kurz zu machen: Inzwischen hat sich alles wieder beruhigt. Die Bienen und vor allem ich selbst. Die Temperatur schwankt in gewohntem Tagesrhythmus wie auch bei Volk001 (mit dem Schieber, links Volk1, rechts das Ableger-Volk2

und nachdem ich diese Woche die AS-Behandlung beendet und Winterfutter gegeben habe, sieht es auch beim Gewicht gut und ähnlich wie bei Volk1 aus:

(Die Ausschläge nach oben sind die Futtergaben) Aber auch die Lichtorgel steht wieder auf grün:

Fazit: Ich vermute, die meisten Imker sterben wohl an ICD-10-M50.0+ ( Zervikaler Diskusprolaps) oder ICD-10-I21.9 (Myokardinfarkt).

Also bleibt gelassen, auch wenn die Sache am 27.09.2021 wie erwartet ganz mies für uns ausgeht. Ich wünsche euch und uns eine große, wirklich sehr große Portion Resilienz und eine angenehme Nach-der-Wahl-ist-vor-der-Wahl-Arbeitswoche mit ein paar bienenfreundlichen Sonnenstunden…

2021-08-29 Nach den Himbeeren kommt der Winter…

Naja, fast. Jetzt noch nicht, schließlich warten und hoffen wir alle auf einen angenehmen, warmen und mit vielen Sonnenstrahlen gesegneten Altweibersommer Serior:innen-Sommer. (So ein Quatsch, dieses ganze Gegendere, nicht mal beim Schreiben läuft das flüssig.) Und noch immer sammelt unsere Haushummel fleißig an den Sonnenblumen:

Aber wie man hört, sollen in diversen Discountern schon Lieferungen mit Lebkuchen gesichtet worden sein. Wenn also jemand bei Albrecht Dietz die guten Marzipan-Brote entdeckt, bitte sofort kommentieren. Ihr wisst doch: ich bin immer noch MARZIPAN-Fan!

Ansonsten stecke ich derzeit mitten in den Vorbereitungen für den Jahreswechsel und bevorstehenden Winter:

  • Volk 1 wurde mit inzwischen rund 8kg Api-Invert Zuckerlösung aufgefüttert und erhält gerade seine erste Behandlung mit Ameisensäure gegen die Milben. Ich verwende dazu MAQS, das sind die mit Ameisensäure getränkte Gel-Streifen in Papier, vollständig biologisch und wenn ich sie nach 7-10 Tagen Wirkdauer nicht rausnehme, fressen die Bienen sie vollständig auf. Muss natürlich nicht sein. Für die Zeit der Behandlung stehen leider nur Gewichtsdaten zur Verfügung, da das Bienenherz (Innen-Temperatur und Frequenzen) die Säure auf der Elektronik nicht wirklich „mag“…

  • Volk 2 (der Ableger) erfreut sich bester Gesundheit und wurde durch Umhängen der Rähmchen in eine normal große DNM-Beute (wie Volk 1) umgezogen. Danach eingefüttert (das läuft noch) und zum Einschätzen, ob auch hier eine Behandlung gegen Milben erforderlich ist, habe ich dort eine Windel unter die Beute eingeschoben: keine Pampers oder BabyDry – ein ganz einfaches Bodenbrett, auf das Gemüll und Milben von oben herunterfallen. Weiß lackiert, damit ich die Milben auch erkennen und zählen kann, ihr kennt das ja schon.

Hier das Beweisfoto und Beweisfilm zu Volk 2, dem Ableger:

NEU: Es gibt jetzt auch ein Bienenherz und eine Waage zum Ablegervolk, analog zu Volk 1, mit Datenübertragung per Bluetooth aufs Smartphone und Auswertung lokal auf dem Smartphone oder via Webseite im Internet. Hier mal die aktuellen Daten von beiden.

Volk 1:



https://main.beehivemonitoring.com/externalLink/08d96ae8-4b3c-4a0f-8c14-5b120f0e930e

Volk 2:



https://main.beehivemonitoring.com/externalLink/08d96ae8-4b3c-4a0f-8c14-5b120f0e930e

Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Vorsorglich habe ich die Waage nochmal kalibriert – wer weiß, wie die auf dem Transport geschüttelt wurde. Der erste Versuch mit Wasserflaschen, dann aber doch einfacher, viel schneller und genauer mit Topf, Wasser und einer genauen 1g-Küchenwaage auf exakte 5kg.

An dieser Stelle eine doch ehrlich gemeinte Empfehlung für den Hersteller „Bee Hive Monitoring“ in 92523 Jelka (Slowakei) https://www.beehivemonitoring.com/en/?ref=914ace69f57c8cfb59523ee76a56c0d7, der solche Dinge wie Stockwaagen, Bienenherz und Imkerzubehör verkauft, auch wenn hier vermutlich nicht sooo viele Imkerkollegen vorbeischauen. Wirklich faire Preise, um nicht zu sagen „günstig“ für hiesige Vergleichsprodukte wie beispielsweise Stockwaagen in dieser Ausstattung. Und ein schneller geduldiger Support am Sonntag (!) – aber ich hatte vorab gefragt und wäre auch bereit gewesen, das unter der Woche nochmal anzustoßen. Jedenfalls hatte ich in meiner Rolle als DAU schusseligerweise diverse neue Namen für Volk, Herz und Waage zur weiteren Differenzierung angelegt, weshalb das letztlich durch den dortigen Admin auf der Datenbank korrigiert und konsolidiert werden musste. Das hat er während des Online-Chats in 15 Minuten erledigt und nun sieht es aus wie geplant. Toll. So sollte es sein.

Meinen anderen Stammladen, den Bienenweber https://www.imkereibedarf-bienenweber.de/ hatte ich ja schon mal anderswo erwähnt.

Danke für’s Lesen und euer Interesse, ich wünsche euch einen schönen Spätsommer. Bleibt gesund.