2016-07-18 Willkommen zuhause!

Mein Imkervater ist aus seinem wohlverdienten Urlaub zurück und wir haben gemeinsam sowohl die Urlaubsgäste als auch meinen Ableger durchgeschaut. Seine Königin, die wohl die gekaufte und vor zwei Wochen zugesetzte Nr. 80 ins Api-Nirwana befördert hatte, haben wir entdeckt. Stattliches Figürchen, schmale Taille, schlankes langes Unterteil, dunkler Teint – kein Wunder, dass dieses Model sich durchgesetzt hat. Aber sie ist eben noch nicht markiert und man wird sie bis dahin immer wieder suchen müssen dürfen. Macht Klaus sicher später selbst, Hauptsache sie ist da. Und angesichts der vorhandenen Menge an Brutzellen ist sie offensichtlich kräftig am Legen.

Inzwischen ist 19:00 Uhr und es wird etwas schattiger, aber immer noch recht warm und nach der Kontrolle der Gäste-Kiste tropft mir schon der Schweiß über die Stirn und die Augen und die Nase herab in die Bienen. Da müssen sie durch.

Kurz noch den Plastikkäfig der gekauften Königin aus der Gästekiste entfernen und Deckel zu. Der Wabenheber – kein Schreibfehler, ich meine nicht den Wagenheber, sondern die Metallklammer mit dem Federgriff  zum Herausziehen von Rähmchen – leistet ganz gute Dienste und wenn man den geöffneten Griff bis zum Anschlag ansetzt, dann schließt und (wichtig!) kräftig geschlossen hält, hat man das Rähmchen sicher und ziemlich bequem in einer Hand. Auch das Wenden zum beidseitigen Betrachten klappt ganz gut damit.

Weiter zu meinem Ableger. Das eingangs Erwähnte gilt teilweise auch für meinen Ableger: Auch dort viel Brut, auf fast jeder Wabe. Könnte was werden. Aber wir haben heute ja noch etwas vor… Wir stellen meinen Ableger kurz auf die Seite und genau (!) an seinen Platz die ersten Teile der neuen Beute: Unterboden (offen, ohne Varroa-Schublade) und leere Erdgeschoss-Zarge. Dann alle Rähmchen aus der Ablegerkiste einzeln raus, kontrollieren ob alles in Ordnung ist und die Königin sich zeigt, und dann rüber in die neue Behausung. Bauartbedingt müssen wir von Kaltbau (alle Rähmchen hängen im 90-Grad-Winkel zur Stirnseite mit Flugloch) auf Warmbau (alle Rähmchen hängen parallel zur Stirnseite mit Flugloch) wechseln.

Beim Umsetzen immer wieder die Suche nach der Chefin. Hallo? 85? Wo bist du? Zeig‘ dich!

Irgendwie würde ich gerne rufen: „Nummer 85 lebt!“ – aber es ist nichts zu machen, sie zeigt sich nicht. Die berühmte Nadel im Heuhaufen. Schade. Aber bei so viel frisch gefüllten und verdeckelten Brutzellen müsste sie „eigentlich“ da sein. :-/

Da jetzt mehr Rähmchen in die neue Beute passen als in den Ableger, wird der nach dem Umzug aller Rähmchen aus der Ablegerkiste verbleibende Platz rechts und links (also vorne am Flugloch und hinten auf der gegenüberliegenden Seite) mit jeweils 3 frischen Mittelwänden aufgefüllt, sodass die Beute voll bestückt ist. Dann die restlichen Bienen aus dem Ablegerkasten und dessen Deckel in die neue Beute gefegt und geschüttelt – nicht gerührt. Folie drauf, Innendeckel drauf, Blechdeckel zu. Aufatmen.

Zwischendrin haben wir zwei drei mal etwas Rauch gegeben, aber nicht zu viel, weil das auch Stress verursacht. Rauch geben „beruhigt“ die Damen meines Erachtens nämlich nicht, sondern treibt sie wie eine Alarmsirene nach unten zwischen die Waben um den Honig oder was auch immer vor dem anstehenden Waldbrand zu sichern. Also zumindest habe ich diesen Eindruck, wenn ich die Damen nach dem Rauchen kehrt machen und wie der Wind zwischen die Wände huschen sehe. Kann man natürlich auch anders sehen. Aber wenn’s auch ohne geht, versuche ich es ohne. Auch wenn ich aktuell sowieso keinen Honig ernten werde und mich deshalb ein so eventuell in den Honig gelangendes Räucher-Aroma dieses Jahr nicht stört.

Und so sieht es nach der Aktion aus:

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Das weit offene Flugloch habe ich später, nachdem sich alle beruhigt und wieder eingeflogen waren, mit der beigefügten Holzleiste auf den niedrigen Schlitz verengt. Ganz eng auf die 3cm-Öffnung wollte ich das noch nicht machen, weil es derzeit ziemlich heiß wird und die Mädels sich ja erst noch etwas zurechtfinden müssen. Nicht dass sie zusätzlich auch noch den kleinen Eingang nicht finden. Um das zu unterstützen und weil einige auf dem Boden gelandet waren und ihren alten Eingang gesucht hatten, gibt’s das Anflugbrett vorne ran und mit einem Korken unterlegt, damit es nicht am Boden aufliegt und um zu verhindern, dass neben den Mädels auch Hinz und Kunz das als Einladung verstehen und ganz bequem über die Rampe ins Haus krabbeln können. Ich hoffe, das hilft ein bisschen.

Im Lauf der Woche wird Klaus noch die Gäste abholen und an ihren neuen Standort kutschieren. Und ich werde in Kürze vielleicht noch vorne am Flugloch ein oder zwei Rähmchen herausnehmen, alles nach vorne schieben und die herausgenommenen nach hinten versetzen, damit das Zentrum etwas weiter vorne ans Flugloch rutscht.

Jetzt warte ich erst mal auf die Einladung zur Einweihungsparty. Mal sehen, was es zu Essen gibt…


 

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