2018-06-05 ereignisreiche Tage

Na denn, auch wenn sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts so richtig ändern wird wie bei den vielen anderen Aktionstagen auch (Frauentag, Männertag, Kindertag und wie sie alle heißen), so hatte die Weltpresse mit dem  künstlich und sensationsgierig zum ersten UN-Weltbienentag erhobene 20.05.2018 – der als Neuling in direkter Konkurrenz zu den anderen Thementagen des 20. Mai (Deutscher Venentag, Ernte-Erdbeeren-Tag, Europäischer Tag der Meere, Fremdworttag, Museumstag) steht – wenigstens mal wieder ein einigermaßen neutrales Thema für die Abendnachrichten. Darüber reden reicht aber nicht, und Blumen säen oder kleine, aber unterschiedlich große möglichst spreißelfreie Löcher in die Gartenhütte bohren sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Menschen ohne Garten oder Freifläche können meist nicht viel mehr tun, als auf Bio-Produkte und regionale, ökologisch einwandfrei hergestellte Produkte zurückzugreifen. Und auf außerdeutschen Honig aus „EU- und Nicht-EU-Ländern“ (China?) zu verzichten. Ein erster Schritt?

Trotz großem Gedöns am Weltbienentag – oder vielleicht gerade deswegen – war mein Zander-Volk in den letzten Tagen und Wochen etwas (wie drücke ich das jetzt möglichst ohne Majestätsbeleidigung und politisch korrekt aus) „verstimmt“. Denn der Weltbienentag hat schon mal nichts daran geändert, dass bei einigen Imkern Nachbarn kommen und vermelden, dass sie von einer (seiner?) Bienen gestochen wurden und was man denn da machen könne. Naja, man könnte den Stachel vorsichtig oder mit einer Pinzette gerade und direkt bei an der Einstichstelle aus der Haut herausziehen, ohne die daran noch hängende Giftdrüse (und damit das restliche Gift in die Haut) zu quetschen, säubern und dauerhaft kühlhalten. Nicht nur ein paar Minuten, sondern mit Wasser und Eispacks über mehrere Stunden. Ibuprofen gegen Schmerzen, Fenistil-Salbe oder Ceterizin-Tabletten, manche schwören auf Kalzium-Tabletten oder Bananen, gegen die allergische Reaktion helfen bei Bedarf und so Gott will wird man nach spätestens 1-2 Wochen den Stich nicht mehr spüren. Dass das nicht nur bei mir stark anschwillt, ist ja zwischenzeitlich bekannt. Oder bei Verschlimmerung und entsprechend schwereren Symptomen und Beschwerden zum Notdienst und sich Antiallergikum oder Antibiotikum verschreiben lassen. Ansonsten: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. [Brauche ich jetzt hier einen Disclaimer zur Haftungsfreistellung und Erklärung, dass dies keine ärztliche Beratung war?]

Egal wie, es tut mir leid. Wirklich.

Wenn ein Volk gerade durchgeschaut wurde, ist es sicher auch etwas aggressiver als sonst. Kein Wunder, denn es wird gestört und fürchtet um Brut und Honig. Und wenn sich ein Gewitter oder Wetterwechsel ankündigt macht das ja sogar einige Mitmenschen etwas „komischer“ als sonst. Zu solch einem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe mit Gartenarbeit anzufangen wäre ziemlich mutig angesichts des deutlich sichtbaren Brausens und des Flugbetriebs vor und über der Beute. 24 Stunden vorher einen Rundruf zu starten und die Warnsirenen anzuwerfen wäre vermutlich übertrieben, zumal das wirklich derart außergewöhnlich und im Normalfall wie 2016 und 2017 gar kein Problem war. Nochmal: Es tut mir wirklich leid, ich kenne die Schmerzen eines Bienenstichs und dessen unangenehme Folgen danach nur zu gut.

Woher die die derzeit etwas erhöhte Grund-Agressivität kommt, konnte mir keiner stichhaltig beantworten: Manche schieben es auf die diesjährige zu kurze Rapsblüte, andere aufs Wetter, der nächste fordert Geduld bis nach der Lindenblüte, vielleicht passt der Standort nicht oder das zu kleine Flugloch oder das zu große Flugloch oder eine schwache Königin oder oder… Wenn das so bleibt, muss ich wohl die Königin austauschen. Schlechte Gene hatte ich allerdings letztes Jahr noch nicht bemerkt. Kommt vielleicht – wie bei uns auch – mit dem Alter und den Hormonen. Vielleicht ist sie in ihrem kurzen Königinnenleben ja schon im Klimakterium und plagt ihre Mitbewohnerinnen mit Zickereien aufgrund hormoneller Unausgeglichenheit…

Apropos Alter: Arbeitskollege Frank S. hat mir kürzlich ein interessantes Buch geschenkt: Der Bienenhirte. Nicht, dass er selbst jetzt alt wäre, aber Alter schützt vor Lernen nicht. Und vor Veränderung schon gar nicht. Dieses Buch hilft zwar nicht bei Bienenstichen, ist aber ein Hirn-Öffner, Bestätiger und Anreger für die tägliche Praxis mit Projekten, Team-Charakteren, Bienen und Schafen. Kann ich empfehlen. Was allein die Bienen an mir verändert haben, geht auf keine Schaf-Haut und das mit den Wölfen im Büro wird sich sicherlich auch noch regeln. Also hoffentlich. Verluste und Reibungen diesbezüglich gab es nun wirklich schon genug. Bin mir aber noch unsicher, ob das leichter wird als das mir bisher unbekannte Austauschen einer Königin, das Ausmisten eines Schweinestalls oder das Hetzen des Hirtenhundes (Scrum Masters) auf die Wölfe. Hier noch kurz der link zum Buch:

Aktuell tut sich bei den Bienen folgendes:

  • 18.05.2018 um 1600 Uhr: Ableger gebildet und neue Königin im geschlossenen Koniginnenkäfig eingesetzt
  • 19.05.2018 um 2000 Uhr: Käfigverschluss geöffnet und wieder eingehängt (guten Appetit beim Durchfressen bis zur Königin)
  • 20.05.2018 um 2100 Uhr: Flugloch geöffnet auf kleinster Stufe, aber mit Zweigen verdeckt, damit sich ausfliegende Kolleginnen neu einfliegen müssen und nicht zum alten Volk zurückkehren
  • 25.05.2018 um 1800 Uhr: Vier (!) Bienen bei Rückkehr vom Flug und vorsichtigem Einstieg beobachtet (hier steckt absichtlich zum Test kein Anflugbrett vor dem Flugloch), nachdem es bisher still und ohne Flugverkehr war – ich werte das mal als gutes Zeichen [Daumendrück]
  • 31.05.2018 Die Honigwaben sind am oberen Rand erst rund ein Viertel verdeckelt und die Linden blühen noch nicht (ca. 3mm geschlossene Knospen) – vielleicht am Samstag nochmal nachschauen
  • 03.06.2018 Im kleinen Ableger 1 weitere Mittelwand zum Ausbau eingehängt. 4 Honigwaben beim Zander-Volk entnommen, geschleudert und wieder eingehängt, Gläser ausgekocht, abgefüllt, etikettiert, Ergebnis: 7kg in 14 Gläsern. Nicht viel und zum großzügigen Verschenken zu wenig, aber es ist eben dieses Jahr nur ein Volk im Rennen. Geschmack lecker, hell und flüssig, Wassergehalt sehr gute 17,2%:
  • 09.06.2018 Die Linden hier im näheren Umkreis sind zum großen Teil bereits verblüht, aber es duftet immer noch sehr intensiv. Wenn das abgeschlossen ist, geht’s an die nächste Honigernte. Und dem Ableger wird dann wieder eine weitere Mittelwand zum Ausbauen spendiert.

Einen schönes Wochenende euch allen.

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2018-04-20 Hey, alle mal zuhören!

Wer kennt ihn nicht, diesen naiven gutmütigen dicklichen Kerl mit Glatze, großen Füßen und Riesenappetit? Nein, nicht Reiner Calmund, den Ex-Coach (Funktionär klingt wohl schöner), der seit einiger Zeit überall zu finden und zu sehen ist, wo man kostenlos vor laufenden Kameras von F- und G-Promis bekocht und begrillt wird! Nein, ich meine den mit dem langen Rüssel und den großen Ohren. Den mit seinen außerordentlich ausgeprägten langen weißen Eckzähnen und der Fähigkeit, pro Zug mal eben 8 bis 10 Liter Flüssigkeit aufzunehmen. Dass er dabei über Infraschall-Laute kommuniziert, die nur entfernt an bayerische Mundart erinnern, weist weder auf die richtige Herkunft noch auf den kleinen blauen knuddeligen Pffft-Schussel aus der Sendung mit der Maus.

Von RVSpieleland - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48307701
Von RVSpieleland – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48307701

Denn der ist ja eindeutig blau und nicht grau, nicht wahr?

Na, klingelt’s trotzdem langsam?

Letzter Hinweis: Törööö!

Okay, ich löse es auf:

BB Ausmalbild
Wer mag, kann das Bild nachher zum Ausmalen drucken – aber bitte erst mal hier weiterlesen. (Quelle: https://www.benjaminbluemchen.de/sites/default/files/bb_malvorlagen_neu.pdf)

So oder ähnlich fühlte ich mich jedenfalls am letzten Wochenende nach einem kurzen Blick in Honigraum und Bienenwaage und 6 Stunden später im Spiegel.

Warum? Naja, nicht wegen des Rüssels, der Fähigkeit zu fliegen oder wegen eventueller Ähnlichkeiten zu seinem doch männlich, gut situiert und recht anmmutig wirkenden Bauchansatz, seiner allseits geschätzten Gutmütigkeit oder seines vermutlich immerwährenden optimistischen Wesens. Und auch das mit dem Infraschall bekomme ich nur mäßig und nur bei entsprechender Grippe auf die Reihe. (Da kann ich vielleicht auch mal eine Hörpobe hier einstellen, klingt dann in etwa wie die markant-sonoren und weiche Stimme von Elmar Gunsch bei seiner abendlichen Wettervorhersage, unbedingt mal auf den link klicken, da erzählt er kurz über lila Wetter und Schmerz…)

Zurück zum Thema – es geht hier ja (glücklicherweise) nicht um meine Begabung als Zoo- und Zirkus-Star oder um Synchronstimmen und Sprecher: Nach einem letzten Blick zum Flugloch meinte also eine summende Gesellin wohl, ich hätte genug und etwas zu viel beobachtet und kam schnurstracks direkt auf mich zugeflogen. Körpersprache, Ton und Blick dieser kleinen Rebellin sprachen Bände. Das sah eindeutig nicht nach „Huch, wer bist denn du? Papa? PAPA???“ aus und so kam eins zum andern: Ich habe die kleine Zimtzicke Prinzessin reflexartig mit der Hand abgewehrt und mich wegduckend zurückgezogen.

Ob mir Nachbarn dabei zuschauten und dachten: „Mann, was für ein zuckendes feiges Weichei!“, weiß ich nicht und will ich auch nicht wissen. Aber ich denke und hoffe, die Leser hier werden das verstehen und können das plötzliche, sehr unangenehme und gesteuerte Gefühl der Bedrohung von Leib und Leben und die daraus folgende blitzartige Entscheidung direkt aus dem Hirnstamm (im Unterschied zum größer definierten Stammhirn) zwischen Flucht und Flucht (…) mündend in einer lediglich oberflächlichen Betrachter panikartig erscheinenden Affekthandlung nachvollziehen.

Bei Frauen übrigens soll die Kampf-oder-Flucht-Reaktion Untersuchungen 1985 zufolge ja schwächer ausgeprägt sein, weshalb sie sich in Gefahrensituationen beispielsweise eher schutzbietenden Gruppen anschließt, um ihren Nachwuchs zu schützen. Aber das sei den weiblichen Lesern hier nur am Rande zur persönlichen Einschätzung und Erklärung vieler alltäglicher Verhaltensweisen beider Geschlechter erwähnt und mitgegeben.

Zurück zur Schlacht: Völlig erschöpft nach heftigstem Kampf auf Biegen, Brechen und Überleben endlich in Sicherheit angekommen – die Kollegin war mir tatsächlich noch einige Meter gefolgt – schmerzte meine linke Helix doch ungewöhnlich heftig und während ich in meinen tiefsten Hirnwindungen nach der umgangssprachlichen Bedeutung dieses Begriffes suchte, um ihn dann hier zu verlinken, und mich daüber ärgerte, so heftig ausgeschlagen und offensichtlich überragiert zu haben, entdeckte ich im Spiegel die Überreste des fiesen Angriffs, die noch im Ohr steckten:

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Die Moral von der Geschicht‘:
Nicht jede Biene sticht.
Erkennen ist die Kunst dabei,
ob sie dich ungeschoren lässt und frei.

Wenn man sie ordentlich vergrätzt,
und sie es sich ins Köpfchen setzt,
dann hat man meistens schon verloren,
selbst nah vor eig’nen sich’ren Toren
ist man nicht sicher vor der Kleinen
macht’s pieks, tut’s weh – es ist zum Weinen.

Das Ohr schwoll an,
die Nacht war lang,
ein Liegen bloß rechtsseitig möglich,
nur so war Schmerz und Pein erträglich.

Am nächsten Tag – man ahnt es schon,
gesichert waren Spott und Hohn.
Der rückgekehrte Bienenheld,
ein Bild, das jedem gut gefällt,
entstellt, ganz rot und arg geschunden,
das Ohr schwoll ab nach 60 Stunden.

Ich nehm’s mir vor, bei Gott ich schwör‘,
das nächste Mal mit Hut und Schleier!
So schütz‘ ich mein Organ Gehör,
reih‘ mich halt ein in die Weicheier.

[ Rhythmus-Wechsel auf Kreuzreim abab bemerkt? Nicht gut? Okay, dann für alle Fans des Paarreims zurück zu aabb ]

Mal seh’n wer mich demnächst begrüßt
den Büro-Morgen mir versüßt,
mit einem kräftigen Törööö!
dem färb‘ ein Aug‘ ich – grün und bleu…

🙂


 

2018-03-24 Ausfallquote 50 Prozent

Aus zwei mach eins… Das DNM-Volk hat es nicht über den Winter geschafft. Das ist hart. Nachdem mir das unruhige Verhalten und das Herumwuseln verteilt über die ganze Beute schon bei der letzten Kontrolle am 23.02.2018 spanisch vorkam und der damalige Totenfall gefühlt hoch bzw. der Gitterboden nahezu bedeckt mit toten Bienen war und ich da schon schlimmstes befürchtete, gab es heute letzte Gewissheit: Das aufgelegte Futter hatten die restlichen Bienen kaum mehr angerührt und auf beiden Zargen (und somit in der gesamten Beute) waren tote Bienen verteilt. Es sind sogar noch am Rand Futterwaben vorhanden. Meine Vermutung ist, dass es keine Königin mehr gab, die das Volk in einer Wintertraube zusammen gehalten und jetzt zum Sammeln nach draußen gescheucht hätte. Darauf deutet auch ein vor etwa 2 Wochen deutlich vernehmbares Brummen hin, bei dem ich leider urlaubsbedingt nicht anwesend war. Aber das hätte wohl auch nichts geändert, denn bei den niedrigen Temperaturen hätte ich das Volk ohnehin nicht im Detail untersucht und die Rähmchen einzeln gezogen.

Nun denn, die Königin war ja die vom DNM-Volk selbst gezogene aus 2017, die die damalige Alt-Königin im Zuge des Schwärmens vertrieben hatte und das vielleicht darin begründete, etwas unruhigere bis aggressivere Verhalten dieses Volks hat damit nun ebenfalls sein Ende gefunden. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie ohne Königin überleben, bis Ende April oder Mai eine neue Zuchtkönigin verfügbar gewesen wäre…

Vielleicht hänge ich hier noch ein paar Bilder von der Bescherung ein nach dem Motto: „Ab 18 – Vorsicht, lange Kälte schadet Ihren Bienen!“

Jetzt muss ich mir überlegen und recherchieren, wie ich entweder aus dem aktuell recht munter fliegenden und sammelnden ZANDER-Volk einen Ableger für mich ziehe und ihn mit einer (vielleicht wieder französischen) Königin versorge oder ob ich mir ein Ersatzvolk kaufe.

@Klaus: was meinst du?

  1. Bekommen wir das mit dem Ableger hin, ohne das ZANDER-Volk zu stark zu schwächen oder die Erwartung auf etwas Honig 2018 zu zerstören?
  2. Bester Zeitpunkt für das Bilden eines Ablegers?
  3. Ende April? Und dann Anfang Mail neue Königin zusetzen?
  4. Oder warten bis nach den Eisheiligen im Mai?
  5. Und wie bekomme ich die ZANDER-Teile beim Bilden des Ablegers auf DNM-Format?
  6. Oder besser (schon wieder) ein komplett neues Volk kaufen?
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etwas ratlos…

 

2018-02-23 Hunger!

Angesichts des vorhergesagten Kälteeinbruchs in der kommenden Woche – Stand heute sagen die Wetterfrösche Nächte von bis zu -10°C voraus – packt mich dann doch das schlechte Gewissen, während der aufmerksame Leser bemerkt, dass ich die Wörter „Ungeduld“ und „Neugier“ soeben tunlichst vermieden habe, und ich will mal nach der Futtersituation in beiden Völkern nachschauen.

Wetter_2018-02-23

Bin heute deshalb ausnahmsweise etwas früher nach Hause, um nicht im Dunkeln oder um den Gefrierpunkt die Völker öffnen zu müssen. Und ja, ich habe dabei ein mulmiges Gefühl, weil jede Biene, die jetzt in der Kälte aufgescheucht ausfliegt, nicht mehr zurückkommt, sondern in ein paar Metern klamm zu Boden fällt.

Folgendes Bild ergibt sich:

  • Volk 1 (ZANDER auf 2 Zargen): Obere Zarge nicht bewohnt, Futter vorhanden. Auf der unteren Zarge mittig das Volk, sitzt zusammen. Brav. Kurzerhand die 2,5 kg Futterteig (Apifonda) in zwei Hälften zerlegt (ok, 1,5kg hier, 1kg für das andere Volk), damit die obere Zarge wieder oben aufgelegt werden kann und das halbe Päckchen mit der Öffnung nach unten direkt auf die Rähmchen und die Bienen gelegt. Ein ganzes Paket Futterteig ist für den Zwischenraum zwischen zwei Zargen einfach zu dick, da wackelt die obere Zarge und schließt am Rand nicht ab. Außerdem bekommt die andere Hälfte vermutlich gleich das zweite Volk. Folie drauf, Innendeckel drauf, Deckel drauf, Stein drauf. Gewicht im Kofferwaagenprinzip inkl. Deckel und 1 Stein: 21kg x 2 = 42kg. Im Vergleich zum Ende der Einfütterung November 2017 mit 62kg. Da oben noch Futter vorhanden ist, mache ich mir da erst mal keine Sorgen.
  • Volk 2 (DNM auf 2 Zargen): Unter der Folie auf der oberen Zarge sind vergleichsweise viele Bienen zu sehen, kein geschlossener Pulk, aber gut was los. Die sind wohl schon auf der Futtersuche von unten in die obere Zarge gewandert. Da in der Mitte etwas wenig Betrieb herrscht, lege ich dort die 1kg Futterteig dort auf und etwas weiter vom Flugloch entfernt ein selbst vorbereitetes Flüssigfutter-Kissen. Dazu gleich mehr. Folie drauf, Innendeckel umgekehrt mit der Öffnung nach unten drauf, Deckel drauf, Stein drauf. Innendeckel sitzt noch nicht fest auf, das Futter ist zu dicke. Noch einen Stein drauf. Noch einen Stein drauf. Noch einen Stein drauf. Noch einen Stein drauf. Nach dem 5. ist die Beute dicht. Gewicht im Kofferwaagenprinzip inkl. Deckel und 1 Stein: 17kg x 2 = 34kg. Im Vergleich zum Ende der Einfütterung November 2017 mit 42kg. Alarm – für mein laienhaftes Gefühl sehr wenig! Unbedingt in 2 Tagen wieder kontrollieren.

Das erwähnte Flüssigfutter-Kissen könnt ihr euch vorstellen wie ein Wärmepad. Einen Gefrierbeutel mit etwa 1,5l Apiinvert gefüllt und fest verschlossen, sprich: Ende zusammengedreht, umgeknickt und mit den beigefügten Drahtstückchen zugeschnürt – sollte dicht sein. Da hinein mit einer Stecknadel etwa 10 Löcher und mit den Löchern nach unten wie den Futterteig direkt auf die Rähmchen gelegt. Größere Löcher führen zum unkontrollierten Auslaufen. Entsprechendes Fotos gibt’s beim nächsten Mal.

Futterteig oder Flüssigfutter wollte ich nicht selbst anrühren. Zum einen, weil ich heute gar nicht so viel (Puder)Zucker zuhause habe und zum zweiten, weil noch Material aus 2017 übrig geblieben ist, das vor dem MHD verarbeitet werden muss. Nicht, dass ich wieder einen Teil wegschütten muss.

Damit erst mal fertig für heute, die erste Tätigkeit 2018 beendet. Und gut, dass ich nachgeschaut habe: Bei einem Volk bin ich beruhigt, das zweite werde ich ab sofort füttern, und für Ende 2018 habe ich mir vorgenommen, noch mehr Futter zu geben als 2017. Wir sehen uns vielleicht in ein paar Tagen, wenn die Nachkontrolle und bei Volk 2 die wohl dringende Nachfütterung ansteht.

So, jetzt aber: Füße hoch, Wochenende.


 

2018-01-01 Das Jahr 2017 in Zahlen

Rückfolgend und nachblickend ein paar Fakten für die Zahlenfetischisten, Hobbystatistiker und Erbsenzähler unter uns:

1 totes Volk
2 neue Völker gekauft (DNM und ZANDER)
3 Stiche übers Jahr verteilt: Bauch-Beine-Po Fuß-Lippe-Daumen
6 Sprühstöße ergeben die geforderten 8ml Milchsäure je Seite
8°C offensichtliche Mindesttemperatur für Flugbetrieb im DNM-Volk
40 kg Honig geerntet
25 EUR kostet eine 1 Königin (inkl. Versand)
120 Logbucheinträge (61 in jedem Beutenbuch)
1 l Milchsäure (15%) verwendet (500ml pro Volk)
2,2 l Ameisensäure (65%) verwendet (rund 1l pro Volk)
4.600 tote Milben gezählt (über beide Völker, DNM überproportional befallen)
80.000 Bienen in Spitzenzeiten (30.000 bis 50.000 je Volk)

In der Summe 84.808, gerechnet auf das Jahr 2017 und kaufmännisch gerundet also…

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War ja klar, die Antwort auf alles! Da machen die jeweils angefallenen 20 Arbeitsstunden pro Volk den Kohl auch nicht mehr fett. Und als Merkposten für die Urlaubsplanung im Jahr 2018 ein paar wichtige Termine:

05.05.2017 Honigräume bei beiden Völkern aufgesetzt
03.06.2017 ein Volk mit alter Königin abgeschwärmt (DNM)
04.06.2017 1. Honig-Ernte 12kg
10.06.2017 die Linden blühen
21.06.2017 2. Honig-Ernte 14kg
30.06.2017 3. Honig-Ernte 15kg
05.07.2017 neue Königin eingesetzt (ZANDER)
27.07.2017 Winterfütterung begonnen

Honig2017

Ameisensäure2017