2017-12-10 Vorhang auf…

Genug gewartet: Als diesjährige Nikolaus-Aufmerksamkeit gab’s von mir etwas nützliches für dunkle und kalte Winterabende. Nachfolgend ein kurzes Making-Of:

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Hoffentlich haben die Beschenkten ihre Freude daran und es erwärmt ihre Herzen. Es wurden zwar noch nicht alle mit einem kleinen Päckchen bedacht, aber ein paar Tage verbleiben ja noch…

Ich wünsche euch einen schönen 2. Advent und eine frohe Weihnacht!


 

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2017-12-03 Bastelzeit…

Endlich Advent. Endlich ist so langsam etwas von Besinnlichkeit und Winterruhe zu spüren, auch wenn dieses Gefühl sich oft erst am Sonntagmorgen beim gemütlichen Frühstück mit selbst gebackenen Brötchen, Honig, Orangensaft und Espresso einstellt und nur bis Montagmorgen, eine Sekunde vor dem Aufwachen und dem Beginn nächsten Arbeitswoche anhält.

Jedenfalls ist dies die Zeit, in der Berufstheoretiker, Zahlenfetischisten und Hobbystatistiker mal so richtig aus sich herauskommen und ihre kreative Ader zeigen dürfen. Müssen! Denn dieses Jahr ist für mich auch privat ein besonderes Jahr gewesen. Sich mit im Durchschnitt rund 50.000 bislang recht unbekannten Lebewesen auseinanderzusetzen war spannend, lehrreich und frustrierende zugleich. Über den Tellerrand schauen, quer denken, sich auf Bewährtes verlassen und anwenden, Mut zum Scheitern und Neues ausprobieren, vorausschauend und nachhaltig agieren, Durchgeführtes und Nichtdurchgeführtes und Verworfenes für die kommenden Jahre dokumentieren, Informationsquellen finden und Verfahrensweisen auf Anwendbarkeit und Wahrheitsgehalt prüfen – die ersten Wochen und Monate als Imker sind teilweise anstrengend. Aber ich denke es lohnt sich. Nicht finanziell natürlich, sondern als Ausgleich für Seele und Geist und zum Senken des ökologischen Fußabdrucks, als Chance Geduld zu üben, sich selbst zu erkennen. Und manchmal auch rein körperlich, denn bei 35 Grad in Imkerjacke und -Hut die teilweise doch recht schweren Zargen ab- und aufsetzen hat was von stillem Kraftsport bei gleichmäßigem Summen und Brummen im Ohr.

(Nebenbei bemerkt: Wieso stecken sich eigentlich so viele Jogger Stöpsel in die Ohren und ballern sich 100dB bei 140bpm ins Trommelfell, statt auf ihren Atem und die Umgebungsgeräusche zu achten und einfach mal die Ruhe ihres eigenen gleichmäßig rhythmischen Trapp-Trapp-Trapp zu genießen?)

Zurück zum Thema. Heute also endlich „Bastelstunde“. Zuvor reifliche Überlegungen, was man wohl den Kollegen im Büro als kleine Aufmerksamkeit mitgeben könnte. Da kommt Freude auf, Stichwort „Zahlenfetischist“. Mit sehr kreativen Menschen in der Familie sollte das zwar nicht schwer fallen, aber es soll ja von mir kommen. Also selbst überlegen…

Ok, Hirn streng dich an: Schenken, basteln, backen, stricken, schnitzen, kaufen, etwas für Banker und Entwickler, Männer und Frauen, kritische und wohlgesonnene, einige liebgewonnen andere noch ziemlich unbekannt und vorsichtig, Imker, Bienen, Honig, Holz, Papier, Wachs – hmm… Tiere verschenkt man nicht, schon gar nicht zur Weihnachtszeit. Honig ist nicht genügend da. Mein Holz brauche ich noch für den Kaminofen (was bin ich froh, damals den Aufwand getrieben und einen zu haben). Wachs vielleicht. „Nur“ eine kleine Aufmerksamkeit, also klein. Nicht zu klein, aber auch nicht sperrig, denn die meisten sind nicht mit dem Kleintransporter unterwegs, so fürs tägliche Gepäck eben. Und aufmerksam. Anerkennend. Passend zur Zeit, zum Anlass, zum Empfänger und zu mir. Wertvoll aber nicht teuer. Ökologisch vertretbar, ökonomisch im Rahmen, das bringt manchen vielleicht in Verlegenheit und wäre eventuell überzogen. Sie sollte einen praktischen Nutzen haben (kein Staubfänger) und dabei auch persönlich. Möglichst nichts Fertiges, nichts einfach irgendwo Gekauftes. Etwas Mühe darf sie schon bereiten, schon allein angesichts der Stückzahl (etwa 30 Personen), aber sie muss auch rechtzeitig, vielleicht heute noch (?), fertig werden. Handarbeit vielleicht? Kommt das gut an? Ist das schaffbar? Sind das nicht zu viele Bedingungen?

Fortsetzung und Auflösung folgt, ich darf das ja jetzt noch nicht spoilern, aber ich bin – mit Hilfe (m)einer guten Fee – fertig geworden.

Fürs nächste Jahr nehme ich noch Vorschläge an, das Rennen hat begonnen…

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2017-12-02 Seit diesem Jahr ist es amtlich…

Post vom Veterinäramt heißt ja oft nichts Gutes. In diesem Fall jedoch ist alles harmlos. Aber alles muss auch seine Ordnung haben und auch wenn sich „die Großen“ nicht immer daran halten und das nötige Kapital haben, geeignete Schlupflöcher zur Steuer- Gesetzesvermeidung suchen zu lassen – seit diesem Jahr bin ich angemeldeter Tierhalter und beim Veterinäramt registriert. Persönliche oder monetäre Vorteile hat das vermutlich weniger, und wenn eine Bienenkrankheit, wie beispielsweise die amerikanische Faulbrut, hier im Stadtgebiet ausbrechen sollte, dann dürfte der Veterinär auch meine Völker… na, hoffen wir’s nicht und denken nicht an den rosa Elefanten.

Trotzdem wow – ich wollte ja schon immer Bauer werden 😀

2017-08-03 Veterinäramt MLR Registrier-Nr zensiert

Die Bienen stellen sich derweil auf frostige Nächte ein und für etwa eine Woche war ich etwas besorgt: Ein Volk fliegt, beim anderen ist völlige Ruhe. Aber Bienen sind vorhanden, wenn ich den Deckel abnehme ist auch was los, der Gitterboden ist nicht mit toten Bienen bedeckt und das Flugloch ist auch frei… Ich fragte mich, ob die sich lediglich mit Fressen und Umschichten beschäftigen oder ob es der Französin und ihrem Volk vielleicht schon zu kalt war?

Dann, ab 01.11. und den folgenden wärmeren Tagen ist endlich auch das Franzosen-Volk mal wieder geflogen – bin echt erleichtert! War wohl wieder mal nur eine Frage der Geduld…

Heute, am 1. Adventssamstag 2017 ist draußen alles ruhig, das Flugloch habe ich schon vor 4 Wochen auf kleinste Größe verengt, damit sich keine Mäuse oder sonstige Räuber darin einnisten. Wenn jemand eine Infrarotkamera oder ein Röntgengerät hätte, könnte ich die beiden Völker mal durchleuchten. So muss ich wohl den großen Unterschied zwischen Geduld und Neugier lernen…


 

2017-09-30 Stille Nacht…

Nein, natürlich ist noch nicht Weihnachtszeit, auch wenn bei ALDI (endlich) wieder die Marzipanbrote im Regal liegen und die Zeit für guten Wein am Kaminfeuer und dem Nachdenken über das vergangene Bienenjahr mit allen Aufs und Abs naht. Aber da die Nächte deutlich kühler werden, reduzieren sich die wesentlichen Flugaktivitäten beider Völker auf Zeiten zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Logisch, wer will sich schon bei 10° Grad mit langen Unterhosen und einer Jacke für den kühlen Rückflug am späten Abend die Flügel abfrieren. Abends draußen sitzen wird langsam ebenfalls unangenehm zugig.

Und so sitzen vermutlich alle Mädels morgens um 10:00 Uhr noch gut ausgeschlafen und hübsch zurechtgerichtet gemütlich beim Brunch mit der Chefin an der großen Tafel, schnacken über die Träume der vergangenen Nacht, die Erwartungen an den kommenden Tag und erzählen den vergleichsweise noch unerfahrenen, erst in den letzten Wochen geschlüpften Winterbienen, was sie draußen so in der Regel erwartet.

Für’s Frühstück habe ich gesorgt, schließlich war bis vor ein paar Tagen noch die Winterfütterung am Laufen. Beide Völker haben dabei bis heute 21 Liter (DNM-Volk) und 24 Liter (ZANDER-Volk) bekommen und die Futtertasche komplett leergeschleckt. Ziemlich viel, weil die Zuckerlösung ja dann noch mit Faktor 1,4 ins Gewicht umzurechnen ist und weil ich versehentlich die gefüllten 1,5-Liter-Messbecher als 1-Liter-Gaben gezählt hatte – na denn, geschadet hat’s wohl nicht.

Das Gewicht liegt aktuell (gesamte Beute, ohne die jetzt entnommene Futterzarge, aber inkl. Blechdeckel etc.) bei 48kg (DNM-Volk, 2-zargig) und 64kg (ZANDER-Volk, 2-zargig).

Wenn ich im Oktober nicht doch nochmal nach Milben, eventuellem Futterbedarf und den beiden Königinnen schaue (und so wie ihr mich kennt, mach‘ ich das wohl auch), kann der Winter kommen. Brrrrr…


 

2017-08-22 Milben, Milben, Milben…

Es kann mir künftig kein Imker in Baden erzählen, er habe keine Milben in seinen Völkern. Zwei Völker, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten und trotzdem Milben ohne Ende. Ein Volk in Zander-Anordnung mit gekaufter Königin, ein Volk in DNM-Anordnung mit vom Volk selbst nachgeschaffter Königin, und alles sah am Anfang Ende Juli ganz harmlos aus: Im Zander-Volk nur 5 tote Milben in 3 Tagen, im DNM-Volk 140 tote Milben in 3 Tagen, jeweils gemessen und gezählt auf eingeschobener Gemüllschulblade. Ok, 140 bzw. rund 50 pro Tag ist ein Wort und sofortiges Handeln angesagt. Also los.

Nachdem die 3 Tage Varroa-Messung bereits mit dem ersten kurzen Einfüttern verbunden waren (jedese Volk hat 4 Liter ApiInvert-Flüssigfutter verputzt), konnte die biologische Varroa-Behandlung mit Ameisensäure im Nassenheider-Verdunster starten. Nach 21 Tagen – ich wollte mal die Behandlung bewusst über den vollen Brutzyklus von Eiablage bis zum Schlüpfen fortsetzen – habe ich sie beendet und die zweite Fütterung vor dem Winter begonnen. Statistisch sieht das Ganze so aus:

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Die 300 Milben pro Tag sind schon etwas schockierend, nicht wahr? Ich denke auch, mal sehen, ob das DNM-Völkchen diese Sauere übersteht. Die waren ja sowieso schon etwas gebeutelt in diesem Jahr, nachdem ein Drittel samt alter Königin abgeschwärmt war. Aber so ist es eben. Nicht mehr zu ändern und abzuwarten.

Jetzt schauen wir noch, wie viel Winterfutter die beiden Völker noch wegschaffen, nach der zweiten Gabe von erneut jeweils 4 Liter werde ich wohl vorsorglich nur noch literweise nachreichen, damit ich am Ende nicht die halbe Ladung nicht abgenommen entsorgen muss. Und dann war’s das bis auf einige Durchsichten und eine eventuelle zweite Ameisenbehandlung Ende September/Oktober für dieses Jahr. Vielleicht – ich lass mich da noch überraschen…