2017-12-03 Bastelzeit…

Endlich Advent. Endlich ist so langsam etwas von Besinnlichkeit und Winterruhe zu spüren, auch wenn dieses Gefühl sich oft erst am Sonntagmorgen beim gemütlichen Frühstück mit selbst gebackenen Brötchen, Honig, Orangensaft und Espresso einstellt und nur bis Montagmorgen, eine Sekunde vor dem Aufwachen und dem Beginn nächsten Arbeitswoche anhält.

Jedenfalls ist dies die Zeit, in der Berufstheoretiker, Zahlenfetischisten und Hobbystatistiker mal so richtig aus sich herauskommen und ihre kreative Ader zeigen dürfen. Müssen! Denn dieses Jahr ist für mich auch privat ein besonderes Jahr gewesen. Sich mit im Durchschnitt rund 50.000 bislang recht unbekannten Lebewesen auseinanderzusetzen war spannend, lehrreich und frustrierende zugleich. Über den Tellerrand schauen, quer denken, sich auf Bewährtes verlassen und anwenden, Mut zum Scheitern und Neues ausprobieren, vorausschauend und nachhaltig agieren, Durchgeführtes und Nichtdurchgeführtes und Verworfenes für die kommenden Jahre dokumentieren, Informationsquellen finden und Verfahrensweisen auf Anwendbarkeit und Wahrheitsgehalt prüfen – die ersten Wochen und Monate als Imker sind teilweise anstrengend. Aber ich denke es lohnt sich. Nicht finanziell natürlich, sondern als Ausgleich für Seele und Geist und zum Senken des ökologischen Fußabdrucks, als Chance Geduld zu üben, sich selbst zu erkennen. Und manchmal auch rein körperlich, denn bei 35 Grad in Imkerjacke und -Hut die teilweise doch recht schweren Zargen ab- und aufsetzen hat was von stillem Kraftsport bei gleichmäßigem Summen und Brummen im Ohr.

(Nebenbei bemerkt: Wieso stecken sich eigentlich so viele Jogger Stöpsel in die Ohren und ballern sich 100dB bei 140bpm ins Trommelfell, statt auf ihren Atem und die Umgebungsgeräusche zu achten und einfach mal die Ruhe ihres eigenen gleichmäßig rhythmischen Trapp-Trapp-Trapp zu genießen?)

Zurück zum Thema. Heute also endlich „Bastelstunde“. Zuvor reifliche Überlegungen, was man wohl den Kollegen im Büro als kleine Aufmerksamkeit mitgeben könnte. Da kommt Freude auf, Stichwort „Zahlenfetischist“. Mit sehr kreativen Menschen in der Familie sollte das zwar nicht schwer fallen, aber es soll ja von mir kommen. Also selbst überlegen…

Ok, Hirn streng dich an: Schenken, basteln, backen, stricken, schnitzen, kaufen, etwas für Banker und Entwickler, Männer und Frauen, kritische und wohlgesonnene, einige liebgewonnen andere noch ziemlich unbekannt und vorsichtig, Imker, Bienen, Honig, Holz, Papier, Wachs – hmm… Tiere verschenkt man nicht, schon gar nicht zur Weihnachtszeit. Honig ist nicht genügend da. Mein Holz brauche ich noch für den Kaminofen (was bin ich froh, damals den Aufwand getrieben und einen zu haben). Wachs vielleicht. „Nur“ eine kleine Aufmerksamkeit, also klein. Nicht zu klein, aber auch nicht sperrig, denn die meisten sind nicht mit dem Kleintransporter unterwegs, so fürs tägliche Gepäck eben. Und aufmerksam. Anerkennend. Passend zur Zeit, zum Anlass, zum Empfänger und zu mir. Wertvoll aber nicht teuer. Ökologisch vertretbar, ökonomisch im Rahmen, das bringt manchen vielleicht in Verlegenheit und wäre eventuell überzogen. Sie sollte einen praktischen Nutzen haben (kein Staubfänger) und dabei auch persönlich. Möglichst nichts Fertiges, nichts einfach irgendwo Gekauftes. Etwas Mühe darf sie schon bereiten, schon allein angesichts der Stückzahl (etwa 30 Personen), aber sie muss auch rechtzeitig, vielleicht heute noch (?), fertig werden. Handarbeit vielleicht? Kommt das gut an? Ist das schaffbar? Sind das nicht zu viele Bedingungen?

Fortsetzung und Auflösung folgt, ich darf das ja jetzt noch nicht spoilern, aber ich bin – mit Hilfe (m)einer guten Fee – fertig geworden.

Fürs nächste Jahr nehme ich noch Vorschläge an, das Rennen hat begonnen…

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2017-07-09 Zur falschen Zeit…

… am falschen Ort, dann noch ohne Schutz und schon  ist’s passiert. Immerhin kann ich jetzt das Gefühl nachvollziehen, mit solchen Lippen sprechen, trinken oder küssen zu müssen. Zum Tathergang: Beobachtung am Flugloch, später Nachmittag, kurzes Gebrummsel an der Lippe, ein bisschen im Schnurrbart verfangen und ZACK, kurzer Stich, kurzer Schmerz, dicke Lippe, dicke Backen, dicker Kopf. Festsetzen der Täterin zum Einleiten weiterer Ermittlungen oder Vorführen beim Haftrichter aussichtslos, da die Verdächtige kurz nach der Tat verstorben ist. Und nein, das auf dem Bild bin natürlich nicht ich selbst, auch wenn es inzwischen seeehr ähnlich ausschaut…

Lernen wir also aus diesem Tag und stehen künftig nicht ohne Schutz direkt in der Einflugschneise. Zumindest dann nicht, wenn dort reger Flugverkehr herrscht. Bei der sich bietenden Gelegenheit habe ich heute zum ersten Mal ein Mädel seziert. Nicht zur Strafe oder aus Rachegelüsten, nein, aber nachdem einige recht orientierungslos und offensichtlich auch trotz verschiedener Varianten von Starthilfen ziemlich flugunfähigwillig auf dem Rasen herumkrabbelten und die alte Königin entweder verschwunden oder verendet war, wollte ich sichergehen, dass sich hier keine Nosemose breitmacht.

WARNHINWEIS!

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Das nachfolgende Bild enthält Darstellung von Gewalt
und ist für Jugendliche unter 18 Jahren NICHT geeignet!

Der nach dem Ziehen des Stachels sichtbare Inhalt zeigt mir nichts Auffälliges, zumindest keinen weißlich glasigen Enddarm. Und so richtig apathisch sitzen sich auch nicht vor dem Flugloch, Dysenterie konnte ich bislang nicht feststellen und am Stechreflex mangelt es ja offenbar auch nicht gerade.

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[Anm.: Bei dieser Aufnahme wurde sichergestellt, dass keine Tiere leiden oder unnötigen Schmerzen ausgesetzt waren.]
Ich bin jetzt erst mal außer Gefecht (danke meinem Helferlein beim Erstellen dieses Beitrags) und die beiden nächsten Tage zuhause. Leider. Aber mit diesem Aussehen, den SSS-Problemen (Schlucken, Sprechen, Schlürfen) und dem dicken Kopf bringe ich im Büro – spätestens ab heute Nachmittag bzw. morgen früh, wenn die Schwellung ihren Höchststand erreicht – keine oder sicherlich nicht die erwartete Leistung.