2018-02-23 Hunger!

Angesichts des vorhergesagten Kälteeinbruchs in der kommenden Woche – Stand heute sagen die Wetterfrösche Nächte von bis zu -10°C voraus – packt mich dann doch das schlechte Gewissen, während der aufmerksame Leser bemerkt, dass ich die Wörter „Ungeduld“ und „Neugier“ soeben tunlichst vermieden habe, und ich will mal nach der Futtersituation in beiden Völkern nachschauen.

Wetter_2018-02-23

Bin heute deshalb ausnahmsweise etwas früher nach Hause, um nicht im Dunkeln oder um den Gefrierpunkt die Völker öffnen zu müssen. Und ja, ich habe dabei ein mulmiges Gefühl, weil jede Biene, die jetzt in der Kälte aufgescheucht ausfliegt, nicht mehr zurückkommt, sondern in ein paar Metern klamm zu Boden fällt.

Folgendes Bild ergibt sich:

  • Volk 1 (ZANDER auf 2 Zargen): Obere Zarge nicht bewohnt, Futter vorhanden. Auf der unteren Zarge mittig das Volk, sitzt zusammen. Brav. Kurzerhand die 2,5 kg Futterteig (Apifonda) in zwei Hälften zerlegt (ok, 1,5kg hier, 1kg für das andere Volk), damit die obere Zarge wieder oben aufgelegt werden kann und das halbe Päckchen mit der Öffnung nach unten direkt auf die Rähmchen und die Bienen gelegt. Ein ganzes Paket Futterteig ist für den Zwischenraum zwischen zwei Zargen einfach zu dick, da wackelt die obere Zarge und schließt am Rand nicht ab. Außerdem bekommt die andere Hälfte vermutlich gleich das zweite Volk. Folie drauf, Innendeckel drauf, Deckel drauf, Stein drauf. Gewicht im Kofferwaagenprinzip inkl. Deckel und 1 Stein: 21kg x 2 = 42kg. Im Vergleich zum Ende der Einfütterung November 2017 mit 62kg. Da oben noch Futter vorhanden ist, mache ich mir da erst mal keine Sorgen.
  • Volk 2 (DNM auf 2 Zargen): Unter der Folie auf der oberen Zarge sind vergleichsweise viele Bienen zu sehen, kein geschlossener Pulk, aber gut was los. Die sind wohl schon auf der Futtersuche von unten in die obere Zarge gewandert. Da in der Mitte etwas wenig Betrieb herrscht, lege ich dort die 1kg Futterteig dort auf und etwas weiter vom Flugloch entfernt ein selbst vorbereitetes Flüssigfutter-Kissen. Dazu gleich mehr. Folie drauf, Innendeckel umgekehrt mit der Öffnung nach unten drauf, Deckel drauf, Stein drauf. Innendeckel sitzt noch nicht fest auf, das Futter ist zu dicke. Noch einen Stein drauf. Noch einen Stein drauf. Noch einen Stein drauf. Noch einen Stein drauf. Nach dem 5. ist die Beute dicht. Gewicht im Kofferwaagenprinzip inkl. Deckel und 1 Stein: 17kg x 2 = 34kg. Im Vergleich zum Ende der Einfütterung November 2017 mit 42kg. Alarm – für mein laienhaftes Gefühl sehr wenig! Unbedingt in 2 Tagen wieder kontrollieren.

Das erwähnte Flüssigfutter-Kissen könnt ihr euch vorstellen wie ein Wärmepad. Einen Gefrierbeutel mit etwa 1,5l Apiinvert gefüllt und fest verschlossen, sprich: Ende zusammengedreht, umgeknickt und mit den beigefügten Drahtstückchen zugeschnürt – sollte dicht sein. Da hinein mit einer Stecknadel etwa 10 Löcher und mit den Löchern nach unten wie den Futterteig direkt auf die Rähmchen gelegt. Größere Löcher führen zum unkontrollierten Auslaufen. Entsprechendes Fotos gibt’s beim nächsten Mal.

Futterteig oder Flüssigfutter wollte ich nicht selbst anrühren. Zum einen, weil ich heute gar nicht so viel (Puder)Zucker zuhause habe und zum zweiten, weil noch Material aus 2017 übrig geblieben ist, das vor dem MHD verarbeitet werden muss. Nicht, dass ich wieder einen Teil wegschütten muss.

Damit erst mal fertig für heute, die erste Tätigkeit 2018 beendet. Und gut, dass ich nachgeschaut habe: Bei einem Volk bin ich beruhigt, das zweite werde ich ab sofort füttern, und für Ende 2018 habe ich mir vorgenommen, noch mehr Futter zu geben als 2017. Wir sehen uns vielleicht in ein paar Tagen, wenn die Nachkontrolle und bei Volk 2 die wohl dringende Nachfütterung ansteht.

So, jetzt aber: Füße hoch, Wochenende.


 

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2017-06-30 Schon wieder Honig?

Wie angekündigt gab’s am Mittwoch einen kurzen Kontrollblick und eine schnelle Entscheidung: Ernten! Ja, schon wieder waren 8 Waben reif und nahezu vollständig verdeckelt. Also Werkzeug gerichtet, Waben entnommen, entdeckelt,

geschleudert – jede Seite 1x anschleudern, dann jede Seite mit hoher Umdrehung ausschleudern, insgesamt also 4 Schleudergänge pro Füllung – ihr dürft mich MIELE nennen -, gesiebt und in den Eimer gefüllt.

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Dann wieder warten, was sonst, bis die Luftblasen sich oben absetzen. Abgefüllt wurde deshalb erst am Donnerstag, sobald alle Gläser und Deckel gespült waren, und heute, am Freitag, wird noch etikettiert.

Ergebnis diesmal: 15kg mit einem sehr niedrigen 16,2% Wassergehalt – super Ergebnis!

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2016-08-12 Oh Gott, bin ich ein Mesolimbuist?

In Vorbereitung auf das kommende Jahr und der Hoffnung, dass mein Völkchen sowohl die Ameisensäure als auch den nahenden Winter und das Frühjahr und die Wespen überleben und zur Größe eines Wirtschaftsvolks heranwachsen und einigermaßen Honig sammeln und und und, wird die Zeit kommen, wo ich mich entscheiden muss: Was brauche ich zur Honigernte?

Derzeit stellen sich folgende Alternativen: Gehe zum Schleudern und Abfüllen zum Paten (sprich: fahre ich dafür die 54km einfache Strecke hin und zurück und wenn ich nicht fertig werde auch noch ein zweites Mal) oder kaufe ich mir die nötige Ausstattung selbst?

Momentan tendiere ich zur Anschaffung. Schließlich macht das angeblich auch eine ziemliche Sauerei und entsprechende Abfüllbehältnisse brauche ich ohnehin. Außerdem erzeugt Kaufen bekanntlich Unmengen an Dopamin, ist sehr gut für die Seele und – in haushaltsüblicher Dosis – durchaus heilsam. Ich sag‘ bloß Mesolimbisches System (Nucleus accumbens, Striatum ventrale, Amygdala, Hippocampus, Cortex entorhinalis, Gyrus cinguli erwähne ich erst gar nicht).

Frauen mögen sich ja an die gängigen Kauf-Therapien gewöhnt haben, dort ziehen eben andere Stichwörter wie Schuhe, Taschen oder die für hunderte von Jahreszeiten unbedingt notwendigen Jacken-so-für-den-Übergang. Das liegt vielleicht an der verabreichten Dosis. Aber für Männer und angehende Imker? Das riecht förmlich nach dopamingesteuertem Mesolimbuist mit ausgeprägtem prämessisualem amygdalischem Cortex – schreckliche Diagnose. Fast so schlimm wie psychotisch-polyphrasische Logorrhoe. Wie lautet da die die Prognose und wie hoch ist die letale Dosis?

Und dann noch das unausweichliche, unangenehme, zeitraubende Vorgeplänkel und die allesentscheidende Frage: was konkret wann wo kaufen?

Schleuder, Siebe und Eimer, klar. Gläser mit Dichtung und Deckel nicht vergessen, ich will ja nicht im Keller frühstücken und wie ein Einsiedler aus dem Eimer löffeln. Aber da geht’s schon los: Wieviele verschiedene Schleudern gibt es? Bei wievielen Händlern? Mit und ohne Motor, mit Edelstahl- oder Kunststoff-Quetschhahn, eingeschweißt oder eingeschraubt, mit Füßen aus Stahl oder Edelstahl, für 3 oder 4 Waben gleichzeitig, Tangential oder Radial, Hersteller X oder Hersteller Y, mit oder ohne zentraler Antriebswelle, Auslaufhöhe 410mm oder 360mm, Gehäuseneigung 20mm oder 30mm oder 36mm. Kann man den Kunststoffhahn einfach so gegen einen Edelstahlhahn austauschen? Einen eingequetschten auch? Braucht man Gummifüße? (also nicht ich, sondern die Schleuder)

Bei den Eimern sieht es auch nicht viel besser aus: Kunststoff oder Edelstahl, 25kg oder 32kg oder 40kg, mit oder ohne Deckel, Spannverschlüsse am Deckel oder nicht, Silikondichtung oder nicht, mit oder ohne Tragegriffe, angeschraubt oder angeschweißt. Mir schwant schon, wie es bei den Sieben und den Gläsern weitergeht.

Herrgott, gib mir eine Eingebung! Oder zwei!

ich hör nix…

also gut: Bitte…

hmm, ok, dann warte ich eben bis Weihnachten und eventuelle Super-Fröstel-Winter-Imkerpause-Spar-Angebote. Und auf den bis dahin sicher geträumten Alptraum. Oder auf einen entsprechenden Rat von irgendwoher.


 

2016-07-19 Der Tag danach…

Nach Bezug des Neubaus wage ich heute (allein und nicht unter Beobachtung) einen Blick in die Büchse der Pandora. Blechdeckel runter, Innendeckel runter, da sind sie!

Der Blick aufs Volk geht mit der recht stabilen Folie ganz gut, die sie übrigens schon versuchen festzubauen. Mal sehen, wie lange sie noch so schön klar und transparent bleibt.

Wie versprochen ohne Rauch die Folie ein wenig abgehoben und 2 der vorderen 3 Rähmchen herausgenommen, das restliche Paket mit dem Stockmeißel etwas gelockert, alles gaaanz langsam und vorsichtig nach vorne Richtung Frontseite und Flugloch geschoben und danach die 2 herausgenommenen wieder hinten eingesetzt. Folie wieder drauf, Video und Foto schießen, Innendeckel drauf, Deckel zu, fertig. Das war ja einfach. 🙂

Bild danach:

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Video danach:

Und hier das Geschehen etwas später am Tag und nach weiterem Verengen des Fluglochs. Es ist zwar recht warm, aber mit offenem Boden sollte das trotz kleinerer Öffnung kein Problem darstellen. Es ist auch nicht sehr viel mehr los als gestern bei ähnlichen Temperaturen vor dem alten Kasten:

 


 

2016-07-14 Kampfgewicht 27 kg!

Heute hatte ich noch Zeit, die Einzelteile der neuen DNM-Beute zu wiegen. Das sind übrigens keine Opfer oder Fans der „Dealers of Nordic Music“ sondern ein in der deutschen Imkerei verbreitetes Rähmchenmaß namens „Deutsch-Normal-Maß“ mit den Abmessungen 394 x 223 mm. Deutsch eben, genormt und standardisiert.

Jedenfalls ist das Wiegen jetzt in leerem und sauberem Zustand einfacher und so kann ich später vielleicht besser den Netto-Inhalt der Beute bestimmen, also die Menge an Bienen, Wachs, Brut, Nektar und Honig und sonstigem variablem Inhalt. Hier die ziemlich exakt gemessenen Einzelgewichte in pedantischen einzelnen Gramm:

  • 1 Zarge leer 3.550
  • Abdeckzarge 1.450
  • Deckel verzinkt 1.760
  • Unterboden leer 2.380
  • Unterboden mit Schublade 2.860
  • Absperrgitter 1.170
  • Bienenflucht 970
  • Rähmchen mit MW 200 bis 230
  • Rähmchen ohne MW 130 bis 160

Woher die hohe Varianz bei den Rähmchen kommt, kann ich mir zwar auf den ersten Blick nicht ganz erklären, liegt aber sicher daran, dass Kiefernholz nun mal nicht gleichmäßig wächst, daher auch keine konstante Struktur oder Dichte hat und sie bei so dünnen Stäben schon mal etwas schwerer oder leichter sein können. Bei Jungs in meinem Alter und mit meiner Körpergröße schwankt das Nettogewicht bekanntlich ja auch so zwischen 75 und 125 kg – von statistischen Ausreißern mal abgesehen.

Immerhin bedeuten diese Einzelgewichte, dass eine mit 12 fertigen Rähmchen bestückte Zarge rund 6.250 g wiegt, eine ganze Beute mit 3 voll bestückten Zargen, Unterboden, Abdeckung und Deckel stolze 24.800 g. Mit Absperrgitter – das dürfte bei komplett aufgestellter Beute regelmäßig eingelegt sein – insgesamt rund 27 kg. WOW! Das ist mal einen Klick auf „BOLD“ und dauerhafte Fettschrift wert und gibt beim Zurechtrücken bestimmt ganz tolle Muckis. Oder einen Bandscheibenvorfall – da grüße ich doch einfach mal meinen Freund Stefan L., der gerade auf dem Sofa liegt und sich unter diesem Vorwand schön pflegen lassen darf. Na der hat’s gut…

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Zwei nette Gimmicks, die mir noch aufgefallen sind und mit denen ich nicht gerechnet hatte, aber die mir jetzt ganz sinnvoll erscheinen:

  1. Die Auflagen für die Rähmchen haben eine extra Metallschiene, was das Festbacken und Verkleben der Rähmchen mit der Zarge (Holz auf Holz) wohl etwas mindert.
  2. Die Abstandshalter in jeder Ecke an der Innenseite des Deckels, damit er nicht bündig aufliegt und eventuelles Schwitzwasser oder Feuchtigkeit nicht angammelt oder schimmelt.

Ich bin zufrieden, es reicht auch für heute und Freitag ist erst morgen.