2017-06-30 Schon wieder Honig?

Wie angekündigt gab’s am Mittwoch einen kurzen Kontrollblick und eine schnelle Entscheidung: Ernten! Ja, schon wieder waren 8 Waben reif und nahezu vollständig verdeckelt. Also Werkzeug gerichtet, Waben entnommen, entdeckelt,

geschleudert – jede Seite 1x anschleudern, dann jede Seite mit hoher Umdrehung ausschleudern, insgesamt also 4 Schleudergänge pro Füllung – ihr dürft mich MIELE nennen -, gesiebt und in den Eimer gefüllt.

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Dann wieder warten, was sonst, bis die Luftblasen sich oben absetzen. Abgefüllt wurde deshalb erst am Donnerstag, sobald alle Gläser und Deckel gespült waren, und heute, am Freitag, wird noch etikettiert.

Ergebnis diesmal: 15kg mit einem sehr niedrigen 16,2% Wassergehalt – super Ergebnis!

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2017-05-17 Langsam ernährt sich…

…das Eichhörnchen. Und der Imker. Nachdem inzwischen alle Einzelteile für den Dampfwachsschmelzer zusammengekommen sind, ging es heute mutig ans Werk.

Material:

  • Maischefass
  • Dampferzeuger
  • 2 leere große Eimer
  • 2 kurze Stückchen Gartenschlauch
  • Fenster-Insektenvlies
  • Weinkorken
  • Blumentopfuntersetzer
  • Wasser und Strom natürlich

Werkzeug:

  • Akkuschrauber
  • Metall-/Holzbohrer
  • Feile
  • Messbecher
  • Stockmeißel
  • Einweghandschuhe

Aufbau: Zwei Löcher ins Fass bohren und entgraten (ca. 10cm über dem Fassboden Zulauf für den Dampf, unten seitlich am Boden Ablauf für alles geschmolzene). Danach 4 Weinkorken auf den Boden als Abstandshalter und darauf den mit mehreren Löchern durchbohrten Untersetzer mit Insektenvlies als Grobsieb. Den Schlauch vom Dampferzeuger  mit einem Stück Gartenschlauch ins Fass leiten und den Ablauf mit dem zweiten kurzen Stück Gartenschlauch ausstatten.

Dann geht’s auch schon los: Wasser in den Dampferzeuger (4 Liter Leitungswasser reichen für etwa 90 Minuten Dampf), Rähmchen in die Tonne, Köpfchen Tonne in die Höh‘ (auf den ersten umgedrehten Eimer als Sockel), den zweiten Eimer mit etwas Wasser unter den Auslauf positionieren, Deckel drauf (nicht festschrauben, nur auflegen, das Ding wird verdammt heiß) und warten.

Schon wieder warten. Imker müssen IMMER warten… Warten, bis es dampft. Warten bis es schmilzt, warten – warum schmilzt das nicht? Und warum dampft das nicht? Oh Mann, Stecker in die Steckdose! So kannst du lange warten!

Also wieder warten wegen Anfängerfehler im Arbeitsablauf, und warten. Es beginnt zu köcheln, es zischt, Dampfschlauch etwas fester schrauben, Zischen beendet, warten, Deckel wird heiß, weiter warten – für euch und die Wartezeit hier ein paar Pausenbilder:

Nach ein paar neugierigen Blicken, beschlagenen Objektiven

und langen 90 Minuten später (der Dampferzeuger hatte sich gerade wie versprochen automatisch aufgrund Wassermangel abgeschaltet) war im Eimer neben dem dampfenden Wasser auch Wachs angekommen

und ein Blick in die Tonne sieht gut aus: Nur noch schwarze Wabenreste, Bienenleichen und dampfendes Holz. Kein Hochwasser, der verflüssigte und geschmolzene Rest scheint komplett durch das Vlies und den Untersetzer abgelaufen zu sein. Nachdem der Dampf verflogen und Brille mit Objektiv nicht mehr beschlagen sind, noch die Rähmchen und die Drähte etwas sauberkratzen und den schwarzen, nassen Trester in den Abfall:

Danach das Wichtigste: ausgiebige Pause bei Rauch und Buch 🙂

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Ob sich das Ganze bei diesen Mengen rechnet, bezweifle ich jetzt einfach mal. Vorbereiten, durchführen und Nachbereitung waren jetzt locker mal 2 Stunden. Aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall, der Kopf ist frei und vielleicht brennen im nächsten Winter ja die selbstgezogenen Bienenwachskerzen. Bilder vom Ergebnis der heutigen Aktion folgen aber erst im nächsten Beitrag – sobald das Gemisch aus Wachs, Dreck, Honig, Pollen und Wasser im Eimer weiterverarbeitet und der ganze Dreck mitsamt Werkzeug aufgeräumt ist. Die Zeit muss ich dann noch dazurechnen und die fürs Kerzenziehen auch – da wird wohl maximal ’ne rote Null unterm Strich stehen…


2016-08-20 Wie, schon satt?

Bitte, wer nicht will, hat gehabt. Nach 5 Tagen vergeblichem Blick auf das verschmähte Futter und obwohl noch 1 oder 2 Rähmchen in der Beute zum Einlagern von Futter frei „wären“ (ganz hinten), aber die Damen entweder noch genügend Futter finden (immer wieder tragen Heimkehrer mit orangen oder weißen Hosen Pollen ein) oder einfach keine Lust auf Zuckersirup haben, habe ich die Futterzarge weggenommen und restliches Sirup über ein Sieb zurück in den Eimer geleert. Den hatte ich in weiser Voraussicht und streng nach dem Motto „Wegwerfen? Nö, kann man sicher nochmal irgendwann brauchen – Männer sind Jäger und Sammler“ noch nicht entsorgt.

Dann die Futterzarge innen mit Wasser ausgespült, damit mir nicht die Ameisen eine Bundesstraße in den Keller legen und das Wachs vom Boden entfernt.

Noch kurz die Beute wiegen: 24kg Brutto, ergibt abzüglich Material rund 12kg Nettoinhalt (Bienen, Honig, Nektar, Brut).

Und jetzt Wv. in 2 Wochen zur Anfang-September-Varroa-Kontrolle und eventuell erneutem, womöglich letztem Fütterungsversuch für dieses Jahr.

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2016-08-12 Oh Gott, bin ich ein Mesolimbuist?

In Vorbereitung auf das kommende Jahr und der Hoffnung, dass mein Völkchen sowohl die Ameisensäure als auch den nahenden Winter und das Frühjahr und die Wespen überleben und zur Größe eines Wirtschaftsvolks heranwachsen und einigermaßen Honig sammeln und und und, wird die Zeit kommen, wo ich mich entscheiden muss: Was brauche ich zur Honigernte?

Derzeit stellen sich folgende Alternativen: Gehe zum Schleudern und Abfüllen zum Paten (sprich: fahre ich dafür die 54km einfache Strecke hin und zurück und wenn ich nicht fertig werde auch noch ein zweites Mal) oder kaufe ich mir die nötige Ausstattung selbst?

Momentan tendiere ich zur Anschaffung. Schließlich macht das angeblich auch eine ziemliche Sauerei und entsprechende Abfüllbehältnisse brauche ich ohnehin. Außerdem erzeugt Kaufen bekanntlich Unmengen an Dopamin, ist sehr gut für die Seele und – in haushaltsüblicher Dosis – durchaus heilsam. Ich sag‘ bloß Mesolimbisches System (Nucleus accumbens, Striatum ventrale, Amygdala, Hippocampus, Cortex entorhinalis, Gyrus cinguli erwähne ich erst gar nicht).

Frauen mögen sich ja an die gängigen Kauf-Therapien gewöhnt haben, dort ziehen eben andere Stichwörter wie Schuhe, Taschen oder die für hunderte von Jahreszeiten unbedingt notwendigen Jacken-so-für-den-Übergang. Das liegt vielleicht an der verabreichten Dosis. Aber für Männer und angehende Imker? Das riecht förmlich nach dopamingesteuertem Mesolimbuist mit ausgeprägtem prämessisualem amygdalischem Cortex – schreckliche Diagnose. Fast so schlimm wie psychotisch-polyphrasische Logorrhoe. Wie lautet da die die Prognose und wie hoch ist die letale Dosis?

Und dann noch das unausweichliche, unangenehme, zeitraubende Vorgeplänkel und die allesentscheidende Frage: was konkret wann wo kaufen?

Schleuder, Siebe und Eimer, klar. Gläser mit Dichtung und Deckel nicht vergessen, ich will ja nicht im Keller frühstücken und wie ein Einsiedler aus dem Eimer löffeln. Aber da geht’s schon los: Wieviele verschiedene Schleudern gibt es? Bei wievielen Händlern? Mit und ohne Motor, mit Edelstahl- oder Kunststoff-Quetschhahn, eingeschweißt oder eingeschraubt, mit Füßen aus Stahl oder Edelstahl, für 3 oder 4 Waben gleichzeitig, Tangential oder Radial, Hersteller X oder Hersteller Y, mit oder ohne zentraler Antriebswelle, Auslaufhöhe 410mm oder 360mm, Gehäuseneigung 20mm oder 30mm oder 36mm. Kann man den Kunststoffhahn einfach so gegen einen Edelstahlhahn austauschen? Einen eingequetschten auch? Braucht man Gummifüße? (also nicht ich, sondern die Schleuder)

Bei den Eimern sieht es auch nicht viel besser aus: Kunststoff oder Edelstahl, 25kg oder 32kg oder 40kg, mit oder ohne Deckel, Spannverschlüsse am Deckel oder nicht, Silikondichtung oder nicht, mit oder ohne Tragegriffe, angeschraubt oder angeschweißt. Mir schwant schon, wie es bei den Sieben und den Gläsern weitergeht.

Herrgott, gib mir eine Eingebung! Oder zwei!

ich hör nix…

also gut: Bitte…

hmm, ok, dann warte ich eben bis Weihnachten und eventuelle Super-Fröstel-Winter-Imkerpause-Spar-Angebote. Und auf den bis dahin sicher geträumten Alptraum. Oder auf einen entsprechenden Rat von irgendwoher.


 

2016-07-23 Dichtigkeitsprüfung

Nachdem ich gestern schon den vorbestellten 14kg-Eimer Bienenfuttersirup in der Zentralgenossenschaft abgeholt hatte, ist heute passend dazu die Lieferung mit der Futterzarge angekommen.

„Warum muss ich eigentlich immer bei den Verkäufern anfragen und daran erinnern, zur jeweiligen Bestellung auch eine Sendungsnummer mitgeteilt zu bekommen? Gehen die davon aus, dass ihre Käufer alle arbeitslos sind, zuhause herumhocken und auf irgendein Ereignis wie beispielsweise einen DHL-Boten warten?“

Bevor ich das Zufüttern beginne (voraussichtlich im August nach der Varroa-Behandlung mit unbedenklicher Ameisensäure), möchte ich natürlich sicherstellen, dass das Teil auch wirklich dicht ist. Denn die ganze klebrige Sirupsoße im Brutraum wäre eine ziemliche Sauerei und welche Konsequenzen das für Tier und Material hätte, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen. Erforderlichenfalls dichte ich den Fütterer nachher einfach mit Bienenwachs und Heißluftfön ab.

Nach 4 Stunden voll Wasser in der prallen Sonne ist aber alles noch dicht und kein Tropfen durchgesickert. Für das etwas dickflüssigere Sirup sollte dies ebenfalls gelten. Gute Arbeit des Herstellers. Wasser ausgeschüttet und Futterzarge zum Trocknen aufgestellt. (Und Mist: Vergessen die Wassermenge zu notieren die maximal befüllt werden konnte, ohne am Aufstieg überzulaufen. Ok, wird nachgeholt.)

Und auch die erneute Prüfung der Schublade nach weiteren 24h seit gestern Abend 20:30 Uhr auf eventuellen Varroa-Befall ist gut verlaufen: Keine toten oder heruntergefallenen Milben gefunden. Hoffentlich sitzen die jetzt nicht alle putzmunter und vollgefressen oben auf den Waben und lachen sich eins ins Fäustchen…