2017-06-21 Bing – nächste Runde

Die zweite Honigernte in diesem Jahr ist erledigt und weitere 8 Waben geschleudert: Die beim letzten Mal (weil noch unverdeckelt) im Volk belassenen und weitere 4 aus dem schwächeren Volk, die zwischenzeitlich auch etwas im Honigraum gearbeitet haben.

Imkervater Klaus hat zugeschaut und musste vom Mithelfen regelrecht gebremst werden – da merkt man einfach die Begeisterung und die Leidenschaft, die Fußballfans mitsingen, Boxfans mitwetten, Filmfans mitweinen, Rennfans sich die Kleider vom Leib reißen und Rockfans schwindlig von den vielen Umdrehungen werden lässt.

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Honigschleudergang

Nach 2 Stunden Arbeit inklusive Vor- und Nachbereiten hier das Ergebnis: 14kg Blütenhonig mit etwa 18,2% Wassergehalt. Beweisfoto der Messung vom 21.06.2017:

Wenn das so weitergeht, fordern die Mädels garantiert noch Betriebsrat, Mindestlohn und Rentengarantie. Das geht bei gleicher Qualität natürlich nur über den Preis. Ich habe mal hochgerechnet, welchen Preis man für ein Glas Honig verlangen „müsste“, damit sich die Investitionen rechnen, die ein Imker so im Allgemeinen hat. Bezogen auf die Kosten für Grundausstattung, Werkzeug. Verbrauchsmaterial verteilt auf deren jeweilige geschätzte Nutzungsdauer in Jahren (Waben kürzer als Holz kürzer als Edelstahl) ergäbe sich ein Preis von knapp

10 EUR pro 500g-Glas!

Ohne Arbeitslohn, Fahrtkosten, Reinigung, Strom, Rückstellungen für Neuanschaffung und Reparaturen versteht sich. Und vorerst nur bezogen auf die aktuelle Ernte vom 21.06.2017 und 04.06.2017. Es kommt ja vielleicht noch ein Schleudergang hinzu (hoffentlich die Sache mit dem Lindenblütenhonig) aber wenn man das Pech hat, dass ein Volk den Winter nicht überlebt… Vielleicht sinken ja mit der nächsten Ernte die Fixkosten noch in Richtung 8 EUR pro 500g.

Aber wir jammern nicht, andere Hobbies kosten auch Geld und wenn viele Leute aufmerksam werden und wenigstens die Gläser, die ich verschenke, den Weg zu mir zurückfinden – egal ob gespült oder nicht, ich jage die Teile ohnehin nochmal durch die Spülmaschine – ist das schon Grund genug zur Freude.

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