2017-02-08 Zittern und Bangen…

…aber nicht vor Kälte. Die hat in diesen Tagen gerade etwas nachgelassen, wobei laut Wetterbericht die nächste Kältewelle schon von Osten anrückt. Deshalb waren Imkervater Klaus und ich gestern Abend im Dunkeln kurz am Stand. Jaja, ich weiß, ich wollte die Beute NIE mehr im Dunkeln öffnen, da werden manche ziemlich zickig.

Stethoskop im Ohr und Klopfprobe am Deckel negativ. Gleiches an der Seite. Kein brummen, kein Aufbrausen. Aber bei maximal 5 Grad Außentemperatur immerhin noch 12 Grad am Thermometer. Und das liegt oben auf dem Beutendeckel unter der Blechhaube. Also muss dort noch etwas sein, das ordentlich Wärme produziert.

Blechhaube runter, Holzdeckel vorsichtig angehoben (Folie bleibt drauf): Und tatsächlich, da krabbeln ein paar unter der Folie herum. Guten Abend die Damen. Wieviele es sind, kann ich auf die Schnelle nicht einschätzen. Und erst recht nicht, ob die es bis zu den ersten warmen Tagen überleben… ob’s was bringt wenn wir für sie beten?

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2016-07-18 Willkommen zuhause!

Mein Imkervater ist aus seinem wohlverdienten Urlaub zurück und wir haben gemeinsam sowohl die Urlaubsgäste als auch meinen Ableger durchgeschaut. Seine Königin, die wohl die gekaufte und vor zwei Wochen zugesetzte Nr. 80 ins Api-Nirwana befördert hatte, haben wir entdeckt. Stattliches Figürchen, schmale Taille, schlankes langes Unterteil, dunkler Teint – kein Wunder, dass dieses Model sich durchgesetzt hat. Aber sie ist eben noch nicht markiert und man wird sie bis dahin immer wieder suchen müssen dürfen. Macht Klaus sicher später selbst, Hauptsache sie ist da. Und angesichts der vorhandenen Menge an Brutzellen ist sie offensichtlich kräftig am Legen.

Inzwischen ist 19:00 Uhr und es wird etwas schattiger, aber immer noch recht warm und nach der Kontrolle der Gäste-Kiste tropft mir schon der Schweiß über die Stirn und die Augen und die Nase herab in die Bienen. Da müssen sie durch.

Kurz noch den Plastikkäfig der gekauften Königin aus der Gästekiste entfernen und Deckel zu. Der Wabenheber – kein Schreibfehler, ich meine nicht den Wagenheber, sondern die Metallklammer mit dem Federgriff  zum Herausziehen von Rähmchen – leistet ganz gute Dienste und wenn man den geöffneten Griff bis zum Anschlag ansetzt, dann schließt und (wichtig!) kräftig geschlossen hält, hat man das Rähmchen sicher und ziemlich bequem in einer Hand. Auch das Wenden zum beidseitigen Betrachten klappt ganz gut damit.

Weiter zu meinem Ableger. Das eingangs Erwähnte gilt teilweise auch für meinen Ableger: Auch dort viel Brut, auf fast jeder Wabe. Könnte was werden. Aber wir haben heute ja noch etwas vor… Wir stellen meinen Ableger kurz auf die Seite und genau (!) an seinen Platz die ersten Teile der neuen Beute: Unterboden (offen, ohne Varroa-Schublade) und leere Erdgeschoss-Zarge. Dann alle Rähmchen aus der Ablegerkiste einzeln raus, kontrollieren ob alles in Ordnung ist und die Königin sich zeigt, und dann rüber in die neue Behausung. Bauartbedingt müssen wir von Kaltbau (alle Rähmchen hängen im 90-Grad-Winkel zur Stirnseite mit Flugloch) auf Warmbau (alle Rähmchen hängen parallel zur Stirnseite mit Flugloch) wechseln.

Beim Umsetzen immer wieder die Suche nach der Chefin. Hallo? 85? Wo bist du? Zeig‘ dich!

Irgendwie würde ich gerne rufen: „Nummer 85 lebt!“ – aber es ist nichts zu machen, sie zeigt sich nicht. Die berühmte Nadel im Heuhaufen. Schade. Aber bei so viel frisch gefüllten und verdeckelten Brutzellen müsste sie „eigentlich“ da sein. :-/

Da jetzt mehr Rähmchen in die neue Beute passen als in den Ableger, wird der nach dem Umzug aller Rähmchen aus der Ablegerkiste verbleibende Platz rechts und links (also vorne am Flugloch und hinten auf der gegenüberliegenden Seite) mit jeweils 3 frischen Mittelwänden aufgefüllt, sodass die Beute voll bestückt ist. Dann die restlichen Bienen aus dem Ablegerkasten und dessen Deckel in die neue Beute gefegt und geschüttelt – nicht gerührt. Folie drauf, Innendeckel drauf, Blechdeckel zu. Aufatmen.

Zwischendrin haben wir zwei drei mal etwas Rauch gegeben, aber nicht zu viel, weil das auch Stress verursacht. Rauch geben „beruhigt“ die Damen meines Erachtens nämlich nicht, sondern treibt sie wie eine Alarmsirene nach unten zwischen die Waben um den Honig oder was auch immer vor dem anstehenden Waldbrand zu sichern. Also zumindest habe ich diesen Eindruck, wenn ich die Damen nach dem Rauchen kehrt machen und wie der Wind zwischen die Wände huschen sehe. Kann man natürlich auch anders sehen. Aber wenn’s auch ohne geht, versuche ich es ohne. Auch wenn ich aktuell sowieso keinen Honig ernten werde und mich deshalb ein so eventuell in den Honig gelangendes Räucher-Aroma dieses Jahr nicht stört.

Und so sieht es nach der Aktion aus:

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Das weit offene Flugloch habe ich später, nachdem sich alle beruhigt und wieder eingeflogen waren, mit der beigefügten Holzleiste auf den niedrigen Schlitz verengt. Ganz eng auf die 3cm-Öffnung wollte ich das noch nicht machen, weil es derzeit ziemlich heiß wird und die Mädels sich ja erst noch etwas zurechtfinden müssen. Nicht dass sie zusätzlich auch noch den kleinen Eingang nicht finden. Um das zu unterstützen und weil einige auf dem Boden gelandet waren und ihren alten Eingang gesucht hatten, gibt’s das Anflugbrett vorne ran und mit einem Korken unterlegt, damit es nicht am Boden aufliegt und um zu verhindern, dass neben den Mädels auch Hinz und Kunz das als Einladung verstehen und ganz bequem über die Rampe ins Haus krabbeln können. Ich hoffe, das hilft ein bisschen.

Im Lauf der Woche wird Klaus noch die Gäste abholen und an ihren neuen Standort kutschieren. Und ich werde in Kürze vielleicht noch vorne am Flugloch ein oder zwei Rähmchen herausnehmen, alles nach vorne schieben und die herausgenommenen nach hinten versetzen, damit das Zentrum etwas weiter vorne ans Flugloch rutscht.

Jetzt warte ich erst mal auf die Einladung zur Einweihungsparty. Mal sehen, was es zu Essen gibt…


 

2016-07-13 Kaufrausch oder wie?

Ich geb’s ja zu, Hobbies kosten Geld. Die meisten zumindest. Die meisten, die ich kenne. Und die ich in den letzten Jahr(zehnt)en weitestgehend vermieden habe, weil es in Familie, Frau und Kinder, Motorrad und Haus besser angelegt ist. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, wo einem die Frage „Wie, du hast keine Hobbies? Kein Fußball? Kein Tennis? Es wartet nirgendwo ein Stammtisch auf dich? Formel 1 reizt dich auch nicht? Oder E-Sports oder Schach oder Klettern oder Jogging oder Fitness-Studio oder Schwimmen oder Reisen oder Malen oder Dichten oder Lesen oder Schreiben oder oder oder…???“ langsam so richtig auf die Nerven geht. Oder nachdenklich macht.

Denn manchmal frage ich mich bei solchen Fragen, ob ich mich fragen sollte, ob ich noch „lebe“. Naja, Puls geht, Atmung auch, also ich vermute schon. Und ich antwortete dann brav: „Hobby? Ähm, nnnö. Warum? Braucht man das?“ Und nun kommt ja endlich die Kehrtwende: Imkern. Jaaa, was für ein Hobby! Filme übers Imkern schauen, Bücher übers Imkern lesen, Mit Leuten übers Imkern sprechen, Foren übers Imkern abklappern, Blog übers Imkern schreiben, Werkzeug und Material fürs Imkern bestellen. Letzteres ist wohl zweifellos alleine und psychologisch betrachtet schon mal nicht schlecht und stimmungserhellend. Hört man zumindest von so vielen glücklichen Zalando-Kundinnen.

Und natürlich warten. Warten ist so ungemein beruhigend. Warten auf die nächste Frage, die sich stellt, auf die Antwort dazu vom Imkervater oder in irgendeinem Forum, auf die nächste Lieferung, auf die nächste Chance zur Beutenkontrolle und auf die nächste Idee, was man noch brauchen könnte und haben müssen sollte könnte, damit das Imkern endlich „richtig“ beginnen kann.

Zugegeben: Das ist jetzt nicht das coolste und krasseste Hobby-Dingens und schon gar nicht das Brüller-Thema, mit dem man einen ganzen Hörsaal in Ekstase versetzen könnte oder bei dem einem die hübschesten und intelligentesten Frauen nachlaufen und geradezu freiwillig um den Hals fallen. Aber zu meiner Motivation hatte ich mich ja schon auf der Startseite ausgelassen. Hach…

So, Schnitt, genug philosophiert. Wie versprochen geht’s jetzt heute weiter mit dem restlichen Teil der gestrigen Lieferung. Da wäre zum einen für die im August, glaube ich, nach dem Umzug in die große DNM-Beute geplante Varroa-Behandlung mit Ameisensäure und Verdunster zwei (im Doppelpack günstigere) Nassenheider-Verdunster:

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Wikipedia sagt dazu:

„Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine (als adultes Weibchen) ca. 1,1 Millimeter lange und 1,6 Millimeter breite Milbe aus der Familie Varroidae, die als Parasit an Honigbienen (Apis mellifera und Apis cerana) lebt. Die Milbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Der Befall von Bienenvölkern durch die Milbenart wird als Varroose (alter Name: Varroatose) bezeichnet. Varroa destructor gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit.“

Also kurz: Die kleinen fiesen destruktiven Mist-Zecken, mit denen auch meine Mädels sich sicher noch herumplagen müssen, weil diese Drecks-Plage vor ein paar Jahren aus Asien eingeschleppt wurde – HERZLICHEN DANK, GLOBALISIERUNG! :-/

Ich hatte die Wahl zwischen Liebig- und Nassenheider-Verdunster und da mir die Bedienungsanleitung besser gefiel und ich als Technik-Freak vom Prinzip mit großer Schutzwanne und anders dosierter Ameisensäure überzeugt war, fiel die Entscheidung zugunsten des letzteren aus. Wer jetzt meint :“Pfff, Bedienungsanleitung besser – was für ein Quatsch!“, der sollte sich beide mal anschauen und durchlesen. Dann sprechen wir uns wieder. Überhaupt wird sich das sowieso erst zeigen, wenn die erste Behandlung erfolgt und hoffentlich erfolgreich beendet wurde. Ich werde berichten.

Außerdem war noch ein Wabenzieher im Paket. Was das nun wieder ist? Na, so eine Prothese für faule, praktisch unbegabte und zittrige alte Männer, eremitisch und stark introvertiert veranlagt, mit zwei linken Händen und viel zu großen Handschuhen, die nicht mehr in der Lage sind, ein Rähmchen zweihändig aus der Beute zu ziehen um die Königin zu suchen oder Brut und Honig zu betrachten. Das in der Allgemeinheit wohl vorherrschende Bild eines Imkers. Oder wohl eher für Anfänger, die sich zu Beginn ziemlich schusselig und viel zu zaghaft anstellen und bei denen man immer Angst haben muss, dass Ihnen das Rähmchen beim Hin- und Herdrehen aus der Hand, der Honig in die Beute, die Bienen auf den Boden und die Königin in den Smoker fällt und an Rauchvergiftung stirbt. Also so Leute wie mich eben.

Ob ich damit zurechtkomme weiß ich noch nicht. Versuchskaninchen stehen ja draußen und demnächst, wenn Imker Klaus zurückkommt, werden sie dafür herhalten müssen.

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Ach ja, und noch ein kleines weißes Plastikteil für’n Appel und’n Ei, mit dem man die Fingernägel von Kleinkindern ganz einfach schneiden kann. Einfach alle Fingerspitzen von oben auf die Kerben legen, mit Klebeband fixieren – Kneifen gilt nicht -, Ohrenschützer aufsetzen und dann mit der Nagelschere munter drauf los:

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Ich weiß, mir wird einfach alles zugetraut. Nein. Natürlich nicht. Das soll irgendwie vorne an das Einflugloch angebracht werden können, um in Herbst und Winter nur die Bienen nach draußen und eventuelle Räuber nicht nach drinnen zu lassen. Allerdings weiß ich noch nicht, wie genau das Teil anzubringen ist, Löcher oder Klammern sehe ich nicht, und von allein wird das bestimmt nicht halten. Vielleicht habe ich da auch Mist gekauft, schließlich war auch eine Leiste zum Verkleinern des Fluglochs dabei. Aber notfalls gehe ich für diesen 1 EUR einfach einmal weniger in einen der gefühlt hundert 1-Euro-Shops in Karlsruhe. Was kostet eigentlich heute ein Apfel und ein Ei?


 

2016-07-02 Bienen zur Urlaubspflege?

Imkervater Klaus hat mir seinen Ableger heute zur Urlaubspflege überlassen und neben mein Kistchen gestellt. Damit sie nicht gleich losstürzen und zu ihm zurückfliegen, wo natürlich kein Zuhause mehr steht, werden sie mindestens einen Tag und zwei Nächte geschlossen gehalten. Futter ist noch genügend drin und Frischluft durch das offene Gitter im Deckel gewährleistet.

Auf http://www.imkerforum.de habe ich einen Tipp gefunden, wie das Umstellen oder der Umzug in nähere Umgebung funktionieren soll: Kurz vor dem Öffnen des Fluglochs die Startbahn mit Zweigen, Blättern, Ästen oder Gras versperren, sodass die Damen gezwungen sind, sich den Weg ins Freie durchzuarbeiten und freizuschaffen. Dann starten sie nicht gleich durch sondern schauen nach dem Start erst einmal, was denn los ist und merken sich so besser ihren neuen Standort.

Daumen drücken! Das geht auch ohne Bild…


 

2016-06-30 Königlicher Besuch!

Weißes Hemd, Anzug und Krawatte bitte! Die Königin kommt! Im Doppelpack. Es summselt und brummselt und alle 15 Minuten quietscht und schreit es aus den beiden kleinen Plastik-Käfigen. Die lagen heute im Briefkasten und wurden kurz danach auf den kühlen Ofen gelegt. Zum Beruhigen und Frischluftschnappen.

Geplant ist, sie für 1 Tag in die Beute zu legen, als Schnupperkurs für beide Seiten sozusagen, und erst danach die Futterklappe am Plastik-Käfig zu öffnen, damit sich die Begleit-Bienen und die Beuten-Bienen gegenseitig durchfressen und somit die Königin befreien. Mal sehen, ob das eine gute Idee ist. Imkervater Klaus will heute Abend noch vorbeikommen und wir setzen dann eine von beiden in meinen Ableger.

Kurz darauf und wie versprochen ist Klaus gekommen und wir haben die Nummer 85 (Nummer 80 ist seine) in meinen Ableger geklemmt. Zwischen zwei Rähmchen, in den denen bis vor kurzem noch Brutwaben waren. Oben auflegen ging nicht, weil sonst der Deckel des Ablegers nicht schließen können. Naja, wird schon gutgehen.

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