2016-11-26 Hey! Tür zu! Es zieht!

Sauer macht lustig. Heute wollte ich ausprobieren, ob das auch für Milchsäure gilt. Sind zwar nur 15%, aber trotzdem ausreichend mit Sicherheitsvorkehrungen (Hose, Jacke, Hut, säurefeste Handschuhe) versorgt, bin ich streng nach den mir vorliegenden Empfehlungen in den Morgenstunden bei kühlen Temperaturen um die 8 Grad an die Beute.

Zunächst alles ruhig, aber nach Entfernen der Abdeckfolie im Inneren und Herausnehmen der ersten leeren Rähmchen am hinteren Beutenende sind sie dann doch aufgewacht. Und waren – ähnlich der Nacht-und-Nebel-Aktion vor ein paar Wochen – nicht gerade begeistert. Oder anders ausgedrückt „recht aufdringlich-neugierig“.

Dann ging alles ziemlich schnell: Leere Rähmchen entnommen und beiseite gestellt, die restlichen gelockert und nacheinander Vor- und Rückseite mit ein paar Pumpstößen aus der Sprühflasche und der eigens hierfür vorgesehenen und gebrauchsfertigen Milchsäure behandelt. Wie in der Anleitung empfohlen habe ich vorher die Menge je Sprühstoß mit Wasser gemessen, damit ich die empfohlene Dosis von max. 8ml je Wabenseite abschätzen und einhalten kann. Bei mir ergaben sich bei 6 Sprühstößen rund 8ml. Stimmt also mit den Herstellerangaben überein. Alles wieder rein, Deckel zu, ein paar ganz mutigen Ausflüglerinnen wieder bei Ihrer Rückkehr geholfen und vors Flugloch gesetzt. Dann noch kurz gewogen (Ergebnisse hier) und fertig. Alles gut.

Infos hatte ich unter anderem vom Lieferanten, den Infoseiten der Uni Hohenheim sowie der Bayrischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und natürlich der  Seite des rheinland-pfälzischen Fachzentrums Bienen und Imkerei zum aktuellen Varroa-Wetter:

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Insgesamt ergab der Blick in die Beute folgendes Bild:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Flugloch
AA AA FF FF FF BB BB BB BB FF

A = mehr oder weniger im Ausbau für Futteraufnahme
F = Futter eingelagert
B = Bienen vorhanden, keine Brut (mehr)

Also rund 4 Rähmchen (8 Seiten) mit mehr oder weniger Bienen besetzt. Zugegebenermaßen nicht gerade dicht, sondern an den Rändern eher weniger und die äußeren spärlich besiedelt. Aber wir werden ja sehen, wieviele am Ende bis in den kommenden Frühling überleben. Und wenn ich bedenke, wie fit sie heute waren, hebt sich meine Hoffnung etwas. Immerhin habe ich so nebenbei das Gerücht, dass Saures lustig macht, zumindest für Bienen widerlegt.

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2016-09-25 Letztes Aufbäumen

Es ist zu befürchten, dass dies das letzte warme Wochenende in diesem Jahr mit sommerlichen 25 Grad war. Der Herbst wurde kalendarisch ja bereits am 22. September eingeläutet, aber nachdem sich das Rosenbäumchen in unserem Garten tapfer gegen die zunehmend kühleren Nächte aufbäumt – klar, was soll ein Baum auch sonst schon den lieben langen Tag tun -, zeigen sich trotz fortschreitend braunfleckigen Blättern nochmal wunderschöne weiße Blüten. Auch die Bienen tragen noch Pollen ein und es scheint, als könnte das ewig so weitergehen.

Für mich als Anfängerimker geht mit diesen kleinen Motivationsschüben so langsam aber sicher mein erstes Bienenjahr zu Ende. Ich plane noch, die Beute etwas höher zu stellen – könnte ja sein, dass wir dieses Jahr einen Meter Schnee bekommen. Würde mich zwar wundern, aber sicher ist sicher 😉 Und vielleicht rät mir noch jemand zu einer Milchsäure-Prophylaxe, um das Überleben meines Völkchens zu sichern.

für die Erbsenzähler unter uns habe ich auf der Werkzeug-Seite noch aktuelle technische Daten aktualisiert.

Die vor ein paar Tagen im Ötztal erworbene Kostprobe eines dortigen Imkers werde ich in Kürze und vielleicht noch in diesem Jahre probieren und das Ergebnis dann hier bekanntgeben. Vorschläge zu entsprechenden Testkriterien sind jederzeit willkommen. Aber aktuell ist noch ein Glas von meinem Imkervater offen und in Gebrauch und nachdem Honig bei geeigneter Lagerung (kühl, trocken, dunkel) mindestens 1.000 Jahre haltbar ist, muss ich mir weder Sorgen machen noch irgendwelche Eile an den Tag legen…

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