2017-07-01 Wo ist sie?

Ich könnte mir die Haare raufen! Ok, das war ein Insider, aber es ist in der Tat zum Verrücktwerden: Eine der beiden Königinnen aus dem Kauf der Völker in diesem Frühling ist nicht mehr aufzufinden. Keine Brut mehr im großen Volk, dafür umso mehr im kleineren, durch den Schwarm am 03.06.2017 verminderten Volk, das sich unbemerkt eine Königin selbst nachgezogen hatte. Dass dort die alte Königin nicht mehr wohnt ist klar, die hat uns ja mit dem Schwarm verlassen. Also genau genommen mich. Das nehm‘ ich ihr übel und schon ein bisschen persönlich. Aber dafür hat offensichtlich deren Nachfolgerin ihren Jungfernflug erfolgreich gemeistert und mit der Eiablage begonnen. Wo sonst sollten – 25 Tage nach dem Schwarm – die vielen Brutzellen herkommen? Das bleibt schon mal weiter zu beobachten, und wenn sie mir unter die Augen kommt, wird sie gefangen und ge(kenn)zeichnet. Mit 2017er gelb.

Aber wo ist die Chefin des großen Zander-Volks? Alle Waben gezogen und kontrolliert, nicht gefunden. Und die fehlende Brut deutet darauf hin, dass sie irgendwann schon vor mehreren Tagen „abhanden“ gekommen sein muss. Ohne Ausschwärmen. Oder sie hat einfach aufgehört zu arbeiten. Fristlose Kündigung? Königinnen-Streik? Gibt’s das? So ganz ohne Gewerkschaft, Streik-Ankündigung und Schlichtungsverfahren? Betriebsrat wäre bei der Anzahl der Mitarbeiterinnen ja grundsätzlich möglich, da hätte man sich doch bestimmt irgendwie einigen können :-/

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Mangels Brut kann das Volk hier auch nicht selbst für Ersatz sorgen, sondern ich muss aktiv werden. So bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Suche nach einer neuen Königin zu gehen. Zwei Möglichkeiten: Imker telefonisch abklappern, ob mir jemand aus seiner Züchtung eine 2017er abgibt (aber nicht jeder züchtet Bienen) oder gleich ins Netz und eine Königin kaufen. Kommt per Post, mit Begleitbienen und Futter und hoffentlich wie beim letzten Mal mit Gesundheitszeugnis bzw. Zuchtnachweis und wird dann nach Vorschrift eingesetzt.

Ach ja, mit dem Etikettieren bin ich ebenfalls durch:

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Ich geh jetzt mal im Netz auf die Suche nach Königinnen (Apis mellifera carnica) und werde berichten.


 

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2017-04-20 Tja…

…was soll ich sagen. Heute fällt es mir schwer, einen Beitrag zu verfassen und den sonst üblichen Optimismus zu streuen. Schon beim heutigen Weg zur Beute und dem Blick auf das Thermometer mit nur 8° C und damit identisch mit der aktuellen Temperatur und ohne die übliche Differenz von 4° C mehr innerhalb als außerhalb der Beute war mir klar, dass etwas nicht stimmt und nach Anheben des Deckels hatten wir Gewissheit: Bei Nachtfrost von 3° C mitten im April ist heute Nacht der letzte Rest des kleinen Bienenvolks gestorben.

Schade.

Erfroren liegen sie auf den beiden zuletzt besetzten Waben, gleich oben unter der Folie, an der wärmsten Stelle. Ich hatte ja irgendwie schon damit gerechnet, aber obwohl sie gemeinhin zuletzt stirbt, kam die Königin mit ihren letzten Begleiterinnen dem Tod meiner Hoffnung zuvor. Es war ein recht zahmes und ruhiges Völkchen. Rauch hatte ich so gut wie nie benötigt. Krank waren sie nicht, zumindest nicht äußerlich, und Futter hatten sie ebenfalls noch mehr als genug. Aber die Königin wollte oder konnte wohl einfach nicht mehr stiften. Ob sie diesen Kälteeinbruch vielleicht sogar geahnt hat? So richtig glauben kann ich das nicht, obwohl man Bienen schon eine gewisse (und verblüffend hohe) Intelligenz nachgewiesen hat.

Sehr schade.

Aber ich bin dankbar für die Erfahrungen und dieses knappe erste Jahr. Nun muss (und will) ich mich auf die Suche begeben nach einem oder zwei Nachfolge-Völkern und hoffe, dass ich dabei gesunde und stabile bekomme. Wie man sie am besten transportiert und worauf man achten sollte, habe ich inzwischen nachgelesen. Und eine zweite Beute (wieder DNM) habe ich schon da. Vorsorglich nehme ich Imkervater Klaus mit und werde berichten.

Sehr sehr schade. Schneutz…

2017-04-20