2017-04-20 Tja…

…was soll ich sagen. Heute fällt es mir schwer, einen Beitrag zu verfassen und den sonst üblichen Optimismus zu streuen. Schon beim heutigen Weg zur Beute und dem Blick auf das Thermometer mit nur 8° C und damit identisch mit der aktuellen Temperatur und ohne die übliche Differenz von 4° C mehr innerhalb als außerhalb der Beute war mir klar, dass etwas nicht stimmt und nach Anheben des Deckels hatten wir Gewissheit: Bei Nachtfrost von 3° C mitten im April ist heute Nacht der letzte Rest des kleinen Bienenvolks gestorben.

Schade.

Erfroren liegen sie auf den beiden zuletzt besetzten Waben, gleich oben unter der Folie, an der wärmsten Stelle. Ich hatte ja irgendwie schon damit gerechnet, aber obwohl sie gemeinhin zuletzt stirbt, kam die Königin mit ihren letzten Begleiterinnen dem Tod meiner Hoffnung zuvor. Es war ein recht zahmes und ruhiges Völkchen. Rauch hatte ich so gut wie nie benötigt. Krank waren sie nicht, zumindest nicht äußerlich, und Futter hatten sie ebenfalls noch mehr als genug. Aber die Königin wollte oder konnte wohl einfach nicht mehr stiften. Ob sie diesen Kälteeinbruch vielleicht sogar geahnt hat? So richtig glauben kann ich das nicht, obwohl man Bienen schon eine gewisse (und verblüffend hohe) Intelligenz nachgewiesen hat.

Sehr schade.

Aber ich bin dankbar für die Erfahrungen und dieses knappe erste Jahr. Nun muss (und will) ich mich auf die Suche begeben nach einem oder zwei Nachfolge-Völkern und hoffe, dass ich dabei gesunde und stabile bekomme. Wie man sie am besten transportiert und worauf man achten sollte, habe ich inzwischen nachgelesen. Und eine zweite Beute (wieder DNM) habe ich schon da. Vorsorglich nehme ich Imkervater Klaus mit und werde berichten.

Sehr sehr schade. Schneutz…

2017-04-20


 

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2017-02-08 Zittern und Bangen…

…aber nicht vor Kälte. Die hat in diesen Tagen gerade etwas nachgelassen, wobei laut Wetterbericht die nächste Kältewelle schon von Osten anrückt. Deshalb waren Imkervater Klaus und ich gestern Abend im Dunkeln kurz am Stand. Jaja, ich weiß, ich wollte die Beute NIE mehr im Dunkeln öffnen, da werden manche ziemlich zickig.

Stethoskop im Ohr und Klopfprobe am Deckel negativ. Gleiches an der Seite. Kein brummen, kein Aufbrausen. Aber bei maximal 5 Grad Außentemperatur immerhin noch 12 Grad am Thermometer. Und das liegt oben auf dem Beutendeckel unter der Blechhaube. Also muss dort noch etwas sein, das ordentlich Wärme produziert.

Blechhaube runter, Holzdeckel vorsichtig angehoben (Folie bleibt drauf): Und tatsächlich, da krabbeln ein paar unter der Folie herum. Guten Abend die Damen. Wieviele es sind, kann ich auf die Schnelle nicht einschätzen. Und erst recht nicht, ob die es bis zu den ersten warmen Tagen überleben… ob’s was bringt wenn wir für sie beten?

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2017-01-01 Ferndiagnose

Wenn ich nur nicht so neugierig wäre. Nur mal kurz nachschauen, ob alles in Ordnung ist? Ob sie noch leben? Wieviele noch da sind oder ob alle erfroren auf dem Gitterboden liegen?

Aber nein. Keine Angst. Ich halte mich zurück und lasse sie in Ruhe. Ist mir zu gefährlich, dass sie einen Kälteschock bekommen und die ganze Kuscheligkeit auf einen Schlag verloren geht. Außerdem ist es mir heute zu kalt und unwirtlich da draußen. Da schnapp ich mir lieber mein Fernglas werfe damit einen Blick in Richtung Beute. Immerhin zeigt das nur oben zwischen Blech- und Holzdeckel lose eingelegte Thermometer mit 4,4 Grad rund 6 Grad Differenz zur aktuellen Außentemperatur von -2,0 Grad.

Hoffentlich denkt der Nachbar nicht, ich spioniere durch seine Fenster. Frohes neues Jahr! Brrr…

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