2016-09-01 Abends werden faule Leute fleißig…

Kurze Vorgeschichte, muss sein: Es wird bekanntermaßen empfohlen, im September (zusätzlich zur ersten im August mit anschließender Fütterung) nochmals eine zweite Varroa-Behandlung durchzuführen, um einen zwischenzeitlichen erneuten Milben-Befall noch rechtzeitig vor den kälteren Tagen zu kurieren. Es gibt dann zwar noch später im Jahr die Möglichkeit mit dem Besprühen mit Milchsäure, aber da aktuell schönes Wetter mit angenehmen (Verdungstungs-)Temperaturen herrscht, lasse ich mir diese Chance natürlich nicht entgehen.

Gestern Abend, bei letzter Dämmerung, dachte ich mir also: „Beginnst du heute noch mit der Ameisensäure, wer weiß, wie lange das Wetter hebt.“ Gesagt, getan: Zu faul zum Umziehen nach dem Motto „ist ja ein ruhiges Völkchen“, flugs den Verdunster mit Vlies und Docht gerichtet, Flasche befüllt und (nur) mit Säure-Handschuhen bewaffnet im mittlerweile Dunkeln statt Dämmrigen ran an die Beute.

Blechdeckel weg, Innendeckel weg, Folie weg… bsss.

Komisch, irgendwie unruhig heute.

Kleines Stück Schutzfolie (für unter den Verdunster, damit sie den nicht festkitten) aufgelegt… bssssss-schwirr.

Ok, Nachricht angekommen, ich beeil‘ mich.

Verdunster aufgesetzt, dabei vorsichtig ein paar Schlafmützen weggeschoben, um sie nicht zu zerquetschen… bsssssssssssSSSSSS-schwirrrrrrrrrrrr.

Flüchten, durchatmen, überlegen: „Weitermachen? Abbrechen? Umziehen? Rauch?“

Ach komm, ist nicht mehr viel, nur noch… bssssssssssssSSSSSSSSS-schwirrrrrrrrrRRRRRRRRR.

Flucht!

Jetzt aber zackig, Futterzarge aufsetzen – SSSSSSSSSS-RRRRRRRRRRR – Flucht.

Folie aufsetzen – Flucht.

Innendeckel drauf  – Flucht.

Schnauf… PAUSE!…Schnauf…

(Der aufmerksame Leser hat aufgepasst:) Und was ist mit dem Blechdeckel?

Den mach‘ ich nachher. Oder Morgen. Auf gar keinen Fall jetzt!

Fazit: Störe niemals deine schlafenden Mädels. Und sei es noch so verlockend. NIEMALS! Ich hätte es eigentlich wissen müssen: Wer spät und im Dunkeln die Tür öffnet, das Licht einschaltet und versucht, leise und still zu sein und sich heimlich hineinzuschleichen, der erlebt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sein blaues Wunder und muss damit rechnen, dass er nicht als Ehegatte und Ernährer, Papa und Familienoberhaupt (kurz: treusorgender Macho mit rückständig-klassisch-traditionellen Familienvorstellungen) erkannt sondern unmittelbar und hinterrücks angegriffen wird. Was bin ich froh, dass es keine Nudelhölzer in Bienengröße gibt…

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2016-08-15 Frische Luft!

Na endlich. Heute sind rund 2 Wochen seit Beginn der Varroa-Behandlung mit Ameisensäure vergangen und ich kann den Verdunster mit Schale und Folie aus der Beute nehmen. Gestern und heute lag jeweils nur noch 1 Milbe auf der Schublade, Bud und Spencer, zwei von den ganz harten. Ruhet in Frieden. Und erwartungsgemäß befand sich auch nur noch ein Tropfen in der Flasche und das Vlies mit etwas Restfeuchte durchtränkt. Punktlandung. Irgendwie. Wenn man mal vom zwischenzeitlichen zweimaligen Nachfüllen absieht.

Für’s Logbuch kann ich diese meine erste AS-Behandlung also wie folgt abschließen:

  • Beginn: 30.07.2016 14:30 Uhr
  • Ende: 15.08.2016 18:30 Uhr
  • Zeitraum: rund 16 Tage
  • Säure verbraucht: 390ml
  • Verdunstung: 24ml / Tag (zuletzt 15ml / Tag)
  • Kollateralschäden: 10
  • tote Milben auf der Schublade: 379 (zuletzt 1 / Tag)
  • Beutengewicht: 26,8kg

Und weil ich grade dabei war, wurde auch gleich der logische Folgeschritt erledigt: Futterwabe umdrehen, Aufstiegsdeckel einsetzen und die restlichen 5kg Futtersirup eingeschüttet. Als Wiedergutmachung für die Plagerei der letzten 2 Wochen. Kurz gewartet, bis die ersten neugierig ins Licht und den Aufstieg zur Futterwabe hochkrabbeln und mit freudigen Nachrichten wieder nach unten entschwinden. „Mädels, oben gibt’s Freibier!“

Message angekommen, Deckel drauf, guten Appetit. Wir sehen uns.

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2016-08-01 Tag 2 der AS-Behandlung

Inzwischen sind gute 52 Stunden seit Beginn der Behandlung mit Verdunster und 60%iger Ameisensäure vergangen. Kurze Kontrolle zeigt:

  • Beginn: 30.07.2016 14:30 Uhr
  • Säurestand: 180ml
  • letzte Messung: 01.08.2016 18:30 Uhr
  • Säurestand: 130ml
  • Differenz: 50ml
  • Zeitraum: 52h
  • Durchschnitt: 0,96ml pro h, also 23ml pro Tag
  • Kollateralschäden: 2 (1 auf der Schublade und 1 auf dem Vlies des Verdunsters)
  • tote Varroa-Milben auf der Schublade: 83

Wenn ich bedenke, dass in diesem Zeitraum 3 mal die Nachmittagshitze mitgenommen wurde (30.07.2016 14:30 Uhr bis 01.08.2016 18:00 Uhr), könnte das trotz der vorgegebenen 10-15ml pro Tag vielleicht gerade noch hinkommen. Naja, Zähne zusammenbeißen und durch. Nächste Kontrolle wird es zeigen und dann eventuelle Korrektur des Dochts erfordern. Jedenfalls ist schon mal bewiesen, dass sie fallen und dass „etwas“ wirkt…

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2016-07-30 Na warte, denen zeig ich’s!

Bei Kontrolle der Varroa-Schublade (eingesetzt gestern Abend) fand ich doch tatsächlich eine alte und eine hellere, also jüngere Milbe. Nicht viel, aber ein Zeichen, dass da womöglich noch mehr ihr Unwesen treiben. Und ein paar schwarze Artgenossen haben’s auch nicht mehr rechtzeitig nach hause geschafft. (Was die dort unten wollten? Sehen jedenfalls nicht so aus, als wären die aus meinem Stock. Ich tippe auf eine andere Rasse und den Versuch, von unten an den heruntertropfenden Honig zu kommen.) Der Rest sind Wachs- und Pollenkrümel, abgetrennte Gliedmaßen (Beine, Hinterleib) und zwei Stachel – vielleicht fand da ein kleiner Kampf mit Eindringlingen statt und ich hab‘ ihn verpasst. Schade, da hätte ich gerne mitgewettet. Ausnahmsweise hatte ich die Schublade mal mit leicht (Sonnenblumen-)ölgetränkten Küchentüchern ausgelegt. Ob’s was bringt weiß ich nicht, Klaus hatte mir das empfohlen.

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Da vom 6kg-Nachschlag an Bienenfutter nichts mehr in der Futterzarge vorhanden ist – die haben das doch tatsächlich alles vernascht und sind, wie sich gestern bei der Kontrolle gezeigt hat, kräftig am Einlagern – und ich glücklicherweise den Nassenheider-Verdunster mit entsprechender Ameisensäure 60% bereits besorgt habe, kann ich jetzt und rechtzeitig mit der Behandlung beginnen.

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Ich versuche mal einen Trick mit Fliegennetz, um das Verkitten oder Propolisieren der Verdunster-Schale zu verhindern oder einzuschränken. Nicht dass das Teil in 2 Wochen festklebt.

So, meine Damen, dann mal bitte oben frei machen!

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…dann die Futterzarge mit Folie umgedreht wieder aufsetzen…

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…Innendeckel drauf…

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…und noch die Blechhaube…

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…fertig! Für heute.

In 2 Tagen die Verdunstungsmenge kontrollieren und erforderlichenfalls den Docht verändern oder AS nachfüllen oder, oder, oder…


 

2016-07-23 Dichtigkeitsprüfung

Nachdem ich gestern schon den vorbestellten 14kg-Eimer Bienenfuttersirup in der Zentralgenossenschaft abgeholt hatte, ist heute passend dazu die Lieferung mit der Futterzarge angekommen.

„Warum muss ich eigentlich immer bei den Verkäufern anfragen und daran erinnern, zur jeweiligen Bestellung auch eine Sendungsnummer mitgeteilt zu bekommen? Gehen die davon aus, dass ihre Käufer alle arbeitslos sind, zuhause herumhocken und auf irgendein Ereignis wie beispielsweise einen DHL-Boten warten?“

Bevor ich das Zufüttern beginne (voraussichtlich im August nach der Varroa-Behandlung mit unbedenklicher Ameisensäure), möchte ich natürlich sicherstellen, dass das Teil auch wirklich dicht ist. Denn die ganze klebrige Sirupsoße im Brutraum wäre eine ziemliche Sauerei und welche Konsequenzen das für Tier und Material hätte, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen. Erforderlichenfalls dichte ich den Fütterer nachher einfach mit Bienenwachs und Heißluftfön ab.

Nach 4 Stunden voll Wasser in der prallen Sonne ist aber alles noch dicht und kein Tropfen durchgesickert. Für das etwas dickflüssigere Sirup sollte dies ebenfalls gelten. Gute Arbeit des Herstellers. Wasser ausgeschüttet und Futterzarge zum Trocknen aufgestellt. (Und Mist: Vergessen die Wassermenge zu notieren die maximal befüllt werden konnte, ohne am Aufstieg überzulaufen. Ok, wird nachgeholt.)

Und auch die erneute Prüfung der Schublade nach weiteren 24h seit gestern Abend 20:30 Uhr auf eventuellen Varroa-Befall ist gut verlaufen: Keine toten oder heruntergefallenen Milben gefunden. Hoffentlich sitzen die jetzt nicht alle putzmunter und vollgefressen oben auf den Waben und lachen sich eins ins Fäustchen…